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Aktuell • 07.06.2018

Mini-Corsair fliegt!

Am 5. Juni hat JH Aircraft seine Corsair in die Luft gebracht: ein 120-Kilo-UL mit Viertakt-Sternmotor. Der Erstflug verlief störungsfrei und erfüllte die Erwartungen des Herstellers
Nur 120 Kilo schwer: Als Leichtes Luftsportgerät darf die Corsair ohne Medical geflogen werden
© JH Aviation
Es war ein sonniger, nicht ganz windstiller Abend, als Jörg Hollmanns Corsair um 19.57 Uhr auf der 900-Meter-Asphaltbahn von Stade zum ersten Mal abhob. Am Steuer saß der Konstrukteur und Geschäftsführer von JH Aircraft selbst. Den Motor, einen 42 PS leistenden Verner Scarlett 3VW, ließ er am Start lediglich mit 1600 rpm laufen – »Halbgas«, so Hollmann (im Leerlauf tuckert der Verner mitzählbar mit 360 rpm vor sich hin, bei Vollgas dreht er bis 2500 rpm). Dennoch machten sich die Antriebseffekte bemerkbar: Im Flug war leichter Druck aufs rechte Seitenruderpedal erforderlich; das rechtsdrehende Triebwerk ist derzeit noch ohne Seitenzug eingebaut. Ob daran etwas geändert werden muss, wird sich aber erst zeigen, wenn der Flieger mit Reisefluggeschwindigkeit unterwegs ist. Sie liegt bei knapp 170 km/h – für den Erstflug setzte sich der Pilot die Grenze bei 120 km/h.
Mit Sternmotor: Der Sound des Verner-Dreizylinders ist betörend
© JH Aircraft
Während des gut einstündigen Flugs wurde unter anderem die Ruderwirksamkeit bei kleinen Ausschlägen geprüft, die Abstimmung der Ruder bei Schräglagen bis 20 Grad sowie das Verhalten bei Annäherung an die errechnete Stallspeed. Wie bei Erstflügen üblich, wollte Hollmann nur das in Erfahrung bringen, was notwendig ist, um sicher wieder runterzukommen (»plan the flight, fly the plan«).  

Die Steuerkräfte erwiesen sich als gering, der Flieger ist um alle Achsen stabil. »Um die Querachse hat die Corsair eine recht gute Dämpfung, und das Höhenruder reagiert sehr präzise«, berichtet der langjährige Airbus-Ingenieur. Die Wirkung der neuen Vier-Kolben-Scheibenbremsen sei klasse, sie mussten Trommelbremsen weichen, die nicht zufriedenstellend funktionierten.

Jetzt steht die weitere Flugerprobung an. »Die Motortemperatur«, sagt Hollmann, »lag an dem recht warmen Tag im oberen Bereich, jetzt passen wir die Luftführung so an, dass alle Zylinder bei annähernd gleichen Temperaturen im Optimalbereich liegen. Ich freue mich schon auf die ausgiebigen Versuche für die Feinabstimmung.«

Als Luftsportgerät der 120-Kilo-Klasse kann die kleine Corsair im Rahmen vereinfachter Regularien ohne Medical geflogen werden. 

Videos vom Erstflug gibt’s hier:

https://www.youtube.com/watch?v=uR4LFcdT8NI
https://www.youtube.com/watch?v=00XVSTuuzQg&t=1s
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