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FAA-Lizenzvalidierung jetzt per Videokonferenz möglich!

So einfach war’s noch nie, eine US-Pilotenlizenz zu bekommen: Manche Prüfer in den USA bieten die Validierung der EASA-PPL jetzt per Zoom an.

Von Redaktion
US Certificate
Schicke Plastikarte: 
Orville und Wilbur Wright zieren das US-amerikanische Pilot Certificate, auf dem automatisch "English Proficient" eingetragen wird Foto: Niels Stark

14 CFR 61.75 ist die US-amerikanische Vorschrift, auf deren Grundlage Piloten ein amerikanischen Pilot Certificate auf der Basis ihrer ausländischen ICAO-Lizenz ausgestellt wird. So eine Validierung (auf Englisch validation) ist eine reine Formsache ohne Prüfung. Sie kann entweder von einer örtlichen Niederlassung der US-Luftfahrtbehörde FAA oder einem US-Prüfer durchgeführt werden. Erstere heißen Federal Standard District Office (FSDO), zweitere Designated Pilot Examiner (DPE). In der FSDO ist der Verwaltungsakt kostenlos, ein DPE nimmt eine meist dreistellige Gebühr.

Bislang war die Validierung nur in den USA möglich – oder an wenigen, ausgewählten Terminen etwa in der Geschäftsstelle der AOPA-Germany in Egelsbach, wenn dort ein DPE eigens zu diesem Zweck anreiste.

Doch nun hat mindestens die FSDO in Houston, Texas, Prüfern bis auf weiteres die Erlaubnis erteilt, Validierungen per Zoom-Videokonferenz vorzunehmen. Hintergrund ist das Bestreben, in Zeiten von Covid persönliche Kontakte zu minimieren. Auch weitere FSDOs sollen dies erlauben, eine offizielle Liste gibt es aber nicht. Dennoch ist das ist ein Riesenvorteil für europäische Piloten: Ohne jeden Reiseaufwand, quasi vom Wohnzimmer aus, können sie sich eine US-Pilotenlizenz auf Basis ihrer EASA-Berechtigung holen, die genauso lange gilt wie die europäische. Das ist nützlich (und erforderlich) zum Fliegen von N-registrierten Flugzeugen in Europa, aber auch für eine eventuell mal geplanten Fliegerurlaub in den USA.

Konkret haben wir von der Prüferin Sarah Rovner erfahren, dass sie diese Dienstleistung anbietet. Sie ist per E-Mail unter sarahrovnerdpe@gmail.com erreichbar. Dort kann auch die Gebühr erfragt werden, die sie für den Vorgang erhebt. Ein komplettes Verzeichnis aller US-amerikanischen Prüfer ist online zu finden – jeden von ihnen kann man fragen, ob eine Validierung per Zoom möglich ist. Konkret ist der Ablauf wie folgt:

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  • Kontakt mit dem DPE aufnehmen.
  • Die Lizenzvalidierung bei der FAA beantragen. Dazu nutzt man am besten das Online-System IACRA. Dabei in Rücksprache mit dem DPE die passende FSDO angeben. Die FAA prüft dann, ob in Europa tatsächlich eine gültige Lizenz vorhanden ist und bestätigt dies in einem Verifikations-Schreiben an die FSDO, was einige Wochen dauern kann.
  • Sobald die Bestätigung vorliegt, mit dem DPE eine Videokonferenz vereinbaren. Darin wird der Verwaltungsvorgang abgeschlossen. Außerdem bewertet der Prüfer oder die Prüferin während des Gesprächs, dass der Pilot zumindest grundlegend Englisch spricht – wofür allerdings keine formelle Prüfung nötig ist.
  • Im Anschluss stellt der DPE unmittelbar ein vorläufiges US Pilot Certificate aus und schickt es per Mail zu. Ausdrucken, unterschreiben – fertig! Ein US-Medical brauchen Sie nicht.
  • In den folgenden Wochen sendet die FAA das endgültige Certificate als Plastikkarte zu.
  • Bevor die Rechte als PIC ausgeübt werden können, ist ein Flight Review gemäß 14 CFR 61.56 mit einem US-Fluglehrer erforderlich. Er ähnelt unserem Schulungsflug, dauert mindestens eine Stunde am Boden und eine Stunde in der Luft und wird ins Flugbuch eingetragen. US-Fluglehrer sind in Deutschland relativ leicht zu finden.

Schlagwörter
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