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Flugplatz Schwarzheide muss Ende Dezember schließen

Zunächst gab es Hoffnung, jetzt ist es Gewissheit: Nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wird der Flugbetrieb eingestellt.

Von Dirk M. Oberländer
Flugplatz Schwarzheide
Ende des Flugbetriebs zum 31.12.2023, weil Industrie und Windräder gebaut werden sollen.

Der Flugplatz Schwarzheide/Schipkau (EDBZ) muss seinen Flugbetrieb voraussichtlich zum 31. Dezember 2023 einstellen. Bis zum Schluss hatte der Aero-Club Schwarzheide versucht, mit den beiden Gemeinden einen Kompromiss zu finden, um den Fortbestand des Flugbetriebs zumindest bis ins Jahr 2024 zu gewährleisten. Doch die Bemühungen scheinen nicht von Erfolg gekrönt zu sein.

Wie bereits berichtet, sind Luftsportlerinnen und Luftsportler aus allen Bereichen vom Modellflug über UL-, Segel- und Motorfliegen bis zu Fallschirmspringenden vom Grounding betroffen. Final entschieden wurde die Schließung jetzt von der Stadtverordnetenversammlung Schwarzheide. Am 28. November votierten 15 der 16 Mitglieder des Gremiums für die Aufhebung der bestehenden Flugrechte. Bereits zuvor hatte das Brandenburgische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie die Gemeinden Schwarzheide und Schipkau schriftlich aufgefordert, den Flugplatz zum Jahresende 2023 zu schließen. Adressiert war das Schreiben an die gewählten Bürgermeister. 

Flugplatz Schwarzheide muss großen Plänen weichen

Grund für die Platzschließung ist eine neue Raumordnung für das „Industriegebiet Schipkau – Schwarzheide“. Die Politik erhofft sich 3000 bis 5000 Arbeitsplätze und spekuliert unter anderem auf den Bau einer Batteriefabrik für E-Autos. Außerdem plant der Projektentwickler Gicon-Gruppe ein Höhenwindrad nordöstlich vom Flugplatz bei Klettwitz. Die Windkraftanlage ist mit rund 300 Metern Nabenhöhe gut doppelt so lang wie die bereits bestehenden Windräder. Und liegt damit ziemlich exakt auf der Platzrundenhöhe von 1100 Fuß. Ob die geplante Industrieansiedung tatsächlich erfolgt, ist noch unklar.

Pachtvertrag ohne Piste

Vertrackt für die Gemeinden ist die rechtliche Situation. Denn das Gelände ist bis 2030 an die Flugvereine verpachtet. Noch in 2023 entstanden neue Hallenplätze. Die nun für den Flugsport wertlos werden. Der Aero-Club Schwarzheide versuchte bis zu Letzt die Gemeinden zu einem Kompromiss zu bewegen, um die Genehmigung noch bis ins Jahr 2024 aufrecht zu erhalten und so einen geordneten Umzug zu ermöglichen.

Beim Aero-Club Schwarzheide kann man nicht verstehen, warum sich die Erschließung eines Industriegebiets und der nicht-kommerzielle Flugbetrieb ausschließen. Bleibt zu hoffen, dass die Subventionen für die Standortentwicklung auch den betroffenen Vereinen zu Gute kommen. Denn eins ist klar: Das Fluggerät muss umziehen.

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Über den Autor
Dirk M. Oberländer

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.

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