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Flugzeugabsturz bei Gera: Ermittlungen werden langwierig

Am Wochenende sind zwei Piloten der Kunstflugstaffel Gera ums Leben gekommen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung äußert sich zum Stand der Ermittlungen.

Von Isabella Sauer
Flugzeugabsturz bei Gera
Dieses Video zeigt, wie sich zwei Kunstflugzeuge womöglich miteinander verhakt haben und dann zu Boden stürzen. Foto: Twitter/green_grap

Nachdem es am vergangenen Wochenende einen tragischen Flugzeugabsturz bei Gera in Thüringen gegeben hat, hat sich nun erstmals die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) dazu geäußert. Ein Sprecher der Bundesbehörde sagte, dass sich die Untersuchungen mehrere Monate bis zu einem Jahr hinziehen könnten. Zwei Spezialisten der BFU seien für die Ursachenermittlung vor Ort, mit einem ersten Zwischenbericht sei frühestens Ende November zu rechnen.

Die verunglückten 42 und 73 Jahre alten Piloten waren laut Polizei Kunstflieger und gehörten der Kunstflugstaffel Gera an. Ihre Maschinen, zwei Zlíns, waren am Samstagabend bei einem Flugmanöver in der Nähe des Flugplatzes Gera-Leumnitz (EDAJ) zusammengeprallt und über einem Feld hinter einer Wohnsiedlung abgestürzt. Die beiden Flugzeuge wurde dabei komplett zerstört. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Ein Interessierter filmte mit seinem Smartphone zufällig die Trainingsflüge, die dann tödlich endeten.

Flugzeugabsturz bei Gera: Möglicherweise haben sich die Kunstflugzeuge ineinander verhakt

Eine Augenzeugin schreibt bei Facebook über das Unglück: „Drei sind gemeinsam geflogen, einer ist dann wohl gelandet. Die anderen beiden habe noch eine Weile weiter gemacht. Dann sind sie steil nach unten und waren plötzlich verschwunden Kurz darauf haben wir die riesige Rauchwolke gesehen!“

Kunstflugstaffel Gera hat Flugzeuge des Hersteller Zlin im Einsatz

Die Kunstflugstaffel Gera besitzt eine Zlin Z-526 AFS, ein einsitziges Kunstflugzeug des Herstellers Zlin. Der Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit seitlicher Stoffbespannung verfügt über ein Einziehfahrwerk, die Räder können zur Hälfte in die Tragflächen eingezogen werden.

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Außerdem fliegen die Piloten der Kunstflugstaffel Gera mit einer Zlin Z-226T Trener. Auf der Homepage des Vereins heißt es, dass dies hauptsächlich für Kunstflugtraining und Kunstflugausbildung eingesetzt wird. Der agile Tiefdecker besteht aus einem geschweißten Stahlrohrahmen mit Metallbeplankung oben und unten sowie an den Tragflächen, seitlich ist die Maschine bespannt.

Fliegerclub Gera trauert um ihre beiden Vereinsmitglieder

Der Fliegerclub Gera trauert um seine Vereinsmitglieder. Auf ihrer Facebook-Seite haben sie einen entsprechenden Beitrag gepostet. Darin heißt es, dass die beiden Piloten bei einem tragischen Unfall verunglückt sind. Und weiter: „Sie waren nicht nur Fliegerkameraden, sie waren Freunde, Familie, Fluglehrer, ein Team und vor allem einzigartig. Ihr Verlust hinterlässt eine große Leere. Wir danken euch für eure Hingabe, euer Engagement und für jeden einzelnen Moment, den wir mit euch teilen durften. Es war uns eine Ehre euch kennen und mit euch fliegen zu dürfen. Ihr werdet schmerzlich vermisst.“

Bereits vor rund einem Monat hatte sich in der Nähe des Verkehrslandeplatzes Gera-Leumnitz ein tödlicher Flugzeugabsturz ereignet. Damals war ein Ultraleichtflugzeug abgestürzt, wobei der 64 Jahre alte Pilot ums Leben kam. Auch hier ist nach Angaben der BFU die Ursache noch unklar. Frühestens Ende Oktober sei mit ersten Ermittlungsergebnissen zu rechnen, sagte der Sprecher.

Das fliegermagazin wünscht den Familien und den Angehörigen viel Kraft.

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Isabella Sauer

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