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Hallenfund restauriert: Der Paradiesvogel sucht neuen Besitzer
Die Wild Thing stand 18 Jahre verlassen in einer Halle. In fast zwei Jahren Arbeit hat der Aviation Service Schönhagen das UL aufwendig in Stand gesetzt.
Das fliegermagazin hatte über die irre Geschichte berichtet. Im Jahr 2004 kaufte Reinhold Albert eine brandneue Wild Thing mit Jabiru-Motor. Der Ganzmetallhochdecker mit stabilem Spornradfahrwerk gilt als robustes „Buschflugzeug“. Dank seiner STOL-Eigenschaften lässt sich das UL auch auf kurzen Wiesen starten und landen. Der Besitzer versah die Wild Thing mit einer auffallenden Airbrush-Lackierung und plante die Auswanderung nach Afrika. Dahin sollte das Flugzeug auch umziehen. Doch während der Besitzer den Kontinent wechselte, verfiel der Paradiesvogel in einer Halle in eine Art Dornröschenschlaf.
Schließlich entdeckt Sebastian Stölzel die bunte Wild Thing und kauft das auffällige UL. Mit seiner Firma Aviation Service Schönhagen (ehemals TSB Airservice Schönhagen) macht er sich daran, die Lufttüchtigkeit wiederherzustellen. Doch das Projekt wurde viel größer. Denn natürlich soll der Paradiesvogel nicht nur wieder zugelassen, sondern ein echtes Glanzstück werden. Dafür trommelt Sebastian Stölzel viele Helferinnen und Helfer zusammen, die Expertise mit dem Muster und der Restaurierung von Flugzeugen haben.




Die Wild Thing wurde stilbewusst neu aufgebaut
Gemeinsam baute das Team den Hochdecker praktisch neu auf. Wir beschreiben hier nur die größten Bauschritte:
- Neue Motorhalterung und neues Triebwerk, jetzt werkelt ein Rotax 912 S (100 PS) unter der Cowling
- Woodcomp SR 200 Verstellpropeller
- Restaurierung Innenraum
- Neues Rettungsgerät
- Frische Avionik: neue Fluginstrumente, Funkgerät FUNKE ATR, Transponder TRT800
Insgesamt stecken in dem Projekt über 500 Arbeitsstunden. Die Zelle selbst war vor der Restaurierung nur 177 Stunden in der Luft. Geblieben ist natürlich die beeindruckende Airbrush-Lackierung. Die MTOM beträgt aktuell 472,5 Kilogramm. Eine Auflastung auf 550 bzw. 600 Kilogramm ist grundsätzlich möglich. Nun möchte sich das Werkstatt-Team einem neuen Projekt zuwenden. Daher steht der Paradiesvogel zum Verkauf. Der Preis liegt bei knapp 90.000 Euro. Darin sind 12 Monate Gewährleistung enthalten.

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.

