NEWS

Horten will mit NG2 in die Serie: MOSAIC öffnet Markt für deutschen Nurflügler

Die Horten NG2 soll als innovativer Nurflügler in Serie gehen. Möglich wird das durch die neuen MOSAIC-Regeln der US-Luftfahrtbehörde FAA.

Von Isabella Sauer
Der Demonstrator HORTEN HX-2 im Flug. Die bei der Erprobung gewonnenen Daten bilden die technische Grundlage für das geplante Serienprojekt NG2.
Der Demonstrator HORTEN HX-2 im Flug. Die bei der Erprobung gewonnenen Daten bilden die technische Grundlage für das geplante Serienprojekt NG2. Bild: Horten

Die Horten Aircraft GmbH bereitet das Entwicklungsprogramm für die Horten NG2 vor – ein neues Nurflügelflugzeug, das nach Angaben des Unternehmens erst durch die MOSAIC-Regulierung in den USA in einem wirtschaftlich attraktiven Marktsegment realisierbar wird. Um die nächste Projektphase zu finanzieren und strategische Unterstützung zu gewinnen, startet Horten jetzt eine internationale Kommunikationskampagne und sucht gezielt den Dialog mit Investoren und Partnern.

Das Kürzel „NG“ steht für „Next Generation“. Mit der NG2 will Horten an die lange Tradition der Nurflügler anknüpfen, die eng mit dem Namen Horten verbunden ist. Das Unternehmen sitzt in Eisenach (Thüringen) und verfolgt nach eigener Darstellung die Mission, den Nurflügel in die Allgemeine Luftfahrt zu bringen.

Aufbau auf dem Demonstrator HX-2

Technologisch baut die NG2 direkt auf dem bisherigen Demonstrator HX-2 auf. Horten betont, dass durch die Flugerprobung des HX-2 bereits umfangreiche Daten vorliegen und zentrale technische Risiken vor dem Start des NG2-Programms reduziert werden konnten. Damit soll die NG2-Entwicklung auf einer „sicheren Basis“ stehen – trotz des anspruchsvollen Konzepts.

Im Markt sieht das Unternehmen Potenzial vor allem im Segment der zweisitzigen Flugzeuge. Die NG2 wird als „Grand Tourismo der Lüfte“ positioniert: Der Nurflügel soll ein unverwechselbares Erscheinungsbild liefern, gleichzeitig aber Komfort und Raumangebot bieten, um sich klar vom Wettbewerb abzugrenzen. Ziel ist es laut Horten, sich als „Premium Player“ in der Allgemeinen Luftfahrt zu etablieren.

Was ist MOSAIC – und warum spielt es für Horten eine Rolle?

MOSAIC steht für Modernization of Special Airworthiness Certification und ist ein neues Regelwerk der US-Luftfahrtbehörde FAA für leichtere Flugzeuge. Die Reform soll veraltete Grenzen und Vorgaben modernisieren und damit Innovationen erleichtern. Zu den zentralen Punkten zählen unter anderem erweiterte Möglichkeiten bei Konfiguration und Technik – zum Beispiel mehr Sitze, bestimmte „komplexere“ Ausstattungen sowie insgesamt mehr Flexibilität bei der Auslegung von Flugzeugen. Ohne das jedes Konzept in enge, ältere Kategorien gezwängt wird.

Illustration der geplanten Horten NG2. Der Nurflügler soll dank der neuen MOSAIC-Regeln in einem größeren Marktsegment realisierbar werden. Foto: Horten

Horten argumentiert, dass erst dieser regulatorische Rahmen den Weg eröffnet, ein fortschrittliches Konzept wie die NG2 in einem relevanten Marktsegment attraktiv zulassen und vermarkten zu können.

Investorendialog startet – Zeitfenster soll genutzt werden

Mit der internationalen Kampagne will Horten nun gezielt Partner ansprechen, die das Programm strategisch und finanziell begleiten. Dr. Hanns-Walter Schulz, Managing Director Strategy & Operations, betont, das Unternehmen habe die nächsten Schritte von der Produktdefinition über Engineering bis Produktion detailliert vorbereitet. Nun sei der richtige Zeitpunkt, den Schritt in Richtung Serienentwicklung gemeinsam mit starken Partnern zu gehen.

LESEN SIE AUCH
Große Gewinner: Von MOSAIC profitieren vor allem UL- und LSA-Hersteller – besonders die mit Plänen für Viersitzer.
News

Chance für UL-Hersteller: Neue MOSAIC-Regeln in den USA

Über den Autor
Isabella Sauer

Isabella Sauer ist Jahrgang 1991, studierte in Bamberg Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat bei Auto Bild. Seit ihrer Jugend ist sie journalistisch tätig und arbeitete für große Verlagshäuser, darunter Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Print, Digital, Social Media - für Isabella hat jeder Inhalt das Potenzial, vielfältig aufbereitet zu werden. Und wie kam sie zum fliegermagazin? Das Thema Mobilität interessierte sie immer schon sehr. Ob Auto, Bahn, Camper, Airliner oder Fahrrad: Die Welt lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken. Nun geht es für Isabella Sauer in die Luft. Seit Mai 2025 hat sie eine Privatpilotenlizenz (PPL).

Schlagwörter