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Insider-Tipps für Piloten: Fliegen in Florida

Florida ist zu Recht beliebt für fliegerische USA-Besuche.
Was Sie dort nicht verpassen sollten, lesen Sie hier.

Von Thomas Borchert
Sightseeing im Tiefflug: Entlang der Küste vor Fort Lauderdale und Miami wird man von dem Lotsen auf 500 feet or below freigegeben.

Der Sunshine State im Südosten der USA bietet viel gutes Flugwetter und ist aus Europa gut erreichbar – kein Wunder, dass es Piloten nach Florida zieht. Egal, ob man dort Urlaubsflüge macht, eine Ausbildung absolviert, den fliegerischen Horizont erweitert: Mit dem Flugzeug gibt es viel zu erleben.

Das fliegermagazin gibt zwölf Insider-Tipps für Florida:  

1. Tipp: U. S. Highway 1 

Von Miami Richtung Süden verläuft die Schnellstraße über weite Strecken auf Brücken und Stelzen im Wasser. Sie verbindet die Inselkette der Florida Keys. Der Flug entlang des Highways bietet traumhafte Ausblicke auf alle Farbschattierungen von Blau und Türkis im flachen Wasser. Wer genau hinschaut, kann selbst aus der Luft Haie und Rochen im Meer erkennen. Eine Sightseeing-Tour der Extraklasse mit einem perfekten Abschluss, nämlich der Landung am äußersten Ende der Inselkette, in:

2. Tipp: Key West

Zugegeben, die Insel ist etwas von Touristen überlaufen. Doch das Städtchen, das vom Flugplatz per Taxi gut erreichbar ist, hat ein ganz besonderes Flair und ist für einen Lunch-Stopp ebenso geeignet wie für eine Übernachtung. Hemingway hat hier viele Jahre gelebt, man kann das Haus des Autors ebenso wie seine Lieblingsbar Sloppy Joe’s besuchen. Den ortstypischen Limonenkuchen Key Lime Pie muss man probieren. Die vielen Restaurants und Shops entlang der Straßen laden – ungewöhnlich für die USA – zu einem Bummel zu Fuß ein. 

Das Ende der USA: In Keey West markiert ein Poller die Südspitze der Vereinigten Staaten. Von hier sind es nur 90 Meilen bis Kuba.

3. Tipp: Everglades City

Amerikanische Piloten werden bei der Asphaltpiste mit der Kennung X01 nervös: Sie ist »nur« 2400 Fuß lang! Am Westrand der Everglades in Mangrovensümpfen gelegen, bietet der kleine Ort zwei Attraktionen: Beim Triad Seafood Market & Cafe (www.triadseafoodmarketcafe.com) kann man die Spezialitäten Stone Crab und Gator Bites (ja, Alligator: Textur wie Fisch, schmeckt wie Huhn) genießen. Gleich mehrere Unternehmen bieten Ausflüge mit dem Airboat (die mit dem Riesenpropeller am Heck) in die Sümpfe an. Restaurant und Ausflugsanbieter kann man anrufen, um sich vom Flugplatz abholen zu lassen.  

4. Tipp: Sharky’s On The Pier

Direkt an der Küste des Golfs von Mexiko, also im Westen, liegt der Flugplatz von Venice (KVNC). Von dort kann man gut einen Kilometer am Zaun entlang zum Wasser laufen – oder sich vom Strandrestaurant abholen lassen: Skarky’s on the Pier ist ein sehr lässiges Beach Restaurant, in dem es gutes Seafood und eine Menge zu sehen gibt. Gleich davor ragt ein Pier ins Meer hinaus, der Badestrand ist perfekt. Perfekt für das, was die Amerikaner einen »100 Dollar Burger« nennen: Das Essen kostet längst nicht so viel, der Flug dorthin schon. 

5. Tipp: Miami/Fort Lauderdale Shoreline Transition

Ein endlos scheinender und ziemlich dicht bebauter Strand zieht sich an der Atlantikküste von Miami nach Norden – er ist gerade wegen des komplexen Luftraums einen Sightseeing-Flug wert. Von Süden kommend gilt es, zuerst unterhalb des Luftraums B von Miami zu bleiben, der in 1500 Fuß beginnt. Danach folgt der Class-C-Airspace von Fort Lauderdale. Für den Einflug muss Funkkontakt zum Approach-Lotsen bestehen. Und der wird einen wie folgt freigeben: »Follow the coastline at or below 500 feet.« So ragen die Appartmenthäuser und Hotels höher auf als man fliegt – ein Erlebnis.  

6. Tipp: Cedar Key

Ganz im Nordwesten liegt der kleine Flugplatz mit dem Code KCDK, der gerade eben auf die Insel passt, auf der die 2355-Fuß-Bahn liegt. Von dort sind es 30 Minuten Fußweg in den Ort mit netten Restaurants, den vor allem Biker mögen. Oft hören die örtlichen Taxifahrer auf der Platzfrequenz mit und bieten ihre Dienste an.

7. Tipp: Spruce Creek

Das größte Fliegerdorf der Welt (Kennung 7FL6) darf eigentlich nur auf Einladung eines Bewohners anfliegen. Aber: Wer das Restaurant (www.downwindcafe.com) am Platz besuchen will, erhält beim obligatorischen Anruf bei den Sicherheitsleuten die Erlaubnis.

8. Tipp: NASA Shuttle Landing Facility

15 001 Fuß Länge hat die Bahn (Code KTTS), auf der früher das Space Shuttle gelandet ist. Bei »NASA Tower« holt man sich die Erlaubnis zum tiefen Überflug mit bestem Blick auf das Kennedy Space Center und die Hallen, in denen Saturn-Raketen für Mondflüge vorbereitet wurden. Vom Flugplatz Titusville (X21) aus kann man das Space Center und sein Besucherzentrum am Boden besuchen – eigentlich ein Pflichtprogramm für jeden, den Raumfahrt interessiert. 

9. Tipp: St. Simons Island

Gleich nördlich der Staatsgrenze nach Georgia liegt auf einer Insel an der Atlantikküste ein Wallfahrtsort für Freunde amerikanischer Grillkunst: Fußläufig vom Flugplatz St. Simons (KSSI) entfernt findet sich in einer ehemaligen Tankstelle direkt unterm Endanflug das Southern Soul Barbeque (www.southernsoulbbq.com). Man sitzt auf Bänken draußen, genießt Ribs, Beef Brisket oder Pulled Pork und schaut den landenden Flugzeugen zu. Natürlich muss man in der Südstaaten-Hitze nicht zu Fuß laufen: Am Flugplatz gibt es – wie in den USA üblich – ein kostenloses Courtesy Car. 

10. Tipp: St. Augustine

Am Flugplatz (KSGJ) der wohl ältesten Stadt der Vereinigten Staaten finden sich gleich zwei Flugschulen, die auch verchartern und sich besonders auf deutsche Kunden eingestellt haben. Hier kennt man sich mit Validierungen, TSA-Checks und Visa-Anforderungen bestens aus. Die Altstadt mit ihrem Fort ist sehenswert – und hat ein attraktives Viertel mit Bars und Restaurants. 

11. Tipp: Walt Disney World

Der berühmte Themenpark ist am besten über den Orlando Executive Airport (KMCO) erreichbar. Von dort kommt man zum Beispiel mit der Online-Fahrervermittlung Uber, die in den USA immer mehr traditionelle Taxis verdrängt, gut zur Disney World. Ob man dort nur für einen Tag oder über Nacht bleibt und was man sich anschaut – das entscheiden am besten die Kinder … 

12. Tipp: Bahamas

Es sind von Florida gerade mal 30 Nautische Meilen übers Meer, bis man die ersten Inseln der Bahamas erreicht. Auch wenn die Formalitäten zum Grenzübertritt nicht ganz unkompliziert sind, lohnt sich ein Ausflug in die Karibik – wenn man mehr als einen Tag Zeit dafür einplanen kann. Längst nicht alle Flugschulen und Vercharterer erlauben es, ihre Maschinen außer Landes zu bringen. Diejenigen, die es tun, können beim Verstehen der notwendigen Regeln und Abläufe helfen. 

Über den Autor
Thomas Borchert

Thomas Borchert begann 1983 in Uetersen mit dem Segelfliegen. Es folgte eine Motorsegler-Lizenz und schließlich die PPL in den USA, die dann in Deutschland umgeschrieben wurde. 2006 kam die Instrumentenflugberechtigung hinzu. Der 1962 geborene Diplom-Physiker kam Anfang 2009 vom stern zum fliegermagazin. Er fliegt derzeit vor allem Chartermaschinen vom Typ Cirrus SR22T, am liebsten auf längeren Reisen und gerne auch in den USA.

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