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Selbstbauprojekt abgeschlossen

fliegermagazin-Redakteur Peter Wolter hat nach siebenjähriger Bauzeit ein UL des Typs TUL 02 Tandem Tulak fertiggstellt. Am 26. April startete er zum Erstflug. Eine Artikel-Serie zum Flugzeugselbstbau am Beispiel des Tulak-Projekts beginnt in einer der nächsten Ausgaben

Von Redaktion
Individuell zugeschnitten: Ursprünglich hat die Tandem Tulak einen vollverkleideten BMW-Boxer. Die D-MQOP fliegt mit einem 1700er Limbach
Individuell zugeschnitten: Ursprünglich hat die Tandem Tulak einen vollverkleideten BMW-Boxer. Die D-MQOP fliegt mit einem 1700er Limbach Peter Wolter

Vor zehn Jahren, im Sommer 1999, war Peter Wolter in Tschechien beim UL-Hersteller Let-Mont (heute Podesva), um die Tandem Tulak für einen Pilot Report zu fliegen. Der Artikel erschien im fliegermagazin 12/99. Danach fiel die Entscheidung, dieses Muster selbst zu bauen. Was als »Bausatz« angeboten wurde, entsprach allerdings nicht dem, was mit diesem Begriff normalerweise gemeint ist: alle Teile, Materialien und Unterlagen, mit denen ein Flugzeug von einem fachkundigen Amateur fertiggestellt werden kann.

Original und verkleinerter Nachbau: Die Itzehoer Cub von Jan Marquardt begleitet Wolters Tandem Tulak beim ErstflugRüdiger Drews
Original und verkleinerter Nachbau: Die Itzehoer Cub von Jan Marquardt begleitet Wolters Tandem Tulak beim Erstflug

Tatsächlich waren damals vom Hersteller nur Rohbauteile erhältlich. Das eröffnete Spielräume für die Umsetzung eigener Vorstellungen, erschwerte den Bau aber auch, weil viele Lösungen selbst gefunden und die dazu notwenige Teile-/Materialbeschaffung bewältigt werden musste. Dabei waren selbstverständlich die Bauvorschriften für Ultraleichtflugzeuge einzuhalten. Erlaubt waren auch keine Veränderungen, die die Musterzulassung der Tandem Tulak außer Kraft gesetzt hätten. Dennoch musste für die D-MQOP eine erweiterte Musterzulassung beantragt werden: Abweichend vom Geräte-Kennblatt ist ein anderer Antrieb (Limbach) eingebaut. »Ich wollte einen luftgekühlten Direktantriebler«, so der Erbauer, »wie beim großen Vorbild, der Piper Cub«. In dieser Konfiguration fliegt die wie das Cub-Modell J-3C vom hinteren Sitz gesteuerte Maschine zurzeit mit vorläufiger Verkehrszulassung.

Erstflug bei Traumwetter: mit offener Tür über dem Flugplatz »Hungriger Wolf«, wo das Flugzeug größtenteils entstandPeter Wolter
Erstflug bei Traumwetter: mit offener Tür über dem Flugplatz »Hungriger Wolf«, wo das Flugzeug größtenteils entstand

Seinen Namen »Queen of Pain« verdankt das Ultraleichtflugzeug der entsagungsreichen langen Bauzeit, die im Sommer 2001 begann. Durch den Umzug des fliegermagazins von München nach Hamburg Ende 2003 verzögerte sich der Bau zusätzlich um ein Dreivierteljahr, bis eine neue Werkstatt gefunden war. Schließlich ging’s am Flugplatz Itzehoe »Hungriger Wolf« in einem Hangar des dortigen Luftsportvereins weiter. An dem ehemaligen Militärflugplatz nördlich von Hamburg fand auch der Erstflug statt. Jetzt stehen Flugerprobung und Lärmmessung an, damit aus der vorläufigen eine endgültige Verkehrszulassung werden kann.
Einen Film zum Erstflug können Sie hier sehen.
Die neue Serie "Ultraleicht-Flugzeug-Selbstbau" läuft seit Ausgabe fliegermagazin 8/09.
Das erwartet Sie in der fliegermagazin-Selbstbauserie:

  • Teil 1: Kosten, Voraussetzungen, Bauweise, Herstellerwahl (Heft 8/09)
  • Teil 2: Das richtige Flugzeug, selbst gestalten und modifizieren, Beschaffung von Material und Teilen (Heft 9/09)
  • Teil 3: Handwerkliche Arbeit: Wie macht man was aus welchem Material? (Holz- und Metallarbeit, Verglasung, Bespannung, Lackierung)
  • Teil 4: Ausstattung und Systeme: Antrieb, Elektrik, Instrumente, Avionik, Kraftstoffversorgung, Rettungsgerät
  • Teil 5: Endmontage, Abnahme, vorläufige Verkehrszulassung, Erstflug
  • Teil 6: Flugerprobung, Lärmmessung, endgültige Verkehrszulassung
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