Die Tecnam P2006T NG hat jetzt die EASA-Zulassung erhalten. Bild: Martin Trotz
Mit der Modernisierung der Vorschriften für die Klasse Light Sport Aircraft (LSA) vereinfacht die US-Luftfahrtbehörde FAA die Zulassung neuer und bereits am Markt befindlicher Muster. Unter dem Schlagwort MOSAIC – Modernization of Special Airworthiness Certification – verabschiedet sich die Behörde von starren Gewichtslimits und setzt künftig auf leistungsbasierte Kriterien. Jetzt reagiert der italienische Hersteller Tecnam.
Der Kern der Reform: Die bisherige 1320-lbs-Grenze (600 kg MTOM) für LSA entfällt. Stattdessen definiert die FAA Leistungsparameter – allen voran eine maximal zulässige Überziehgeschwindigkeit von 59 Knoten (rund 110 km/h) in der Clean-Konfiguration. Dadurch erweitert sich der Kreis der in der LSA-Katagorie zulassungsfähigen Flugzeuge. So umfasst MOSAIC zum Beispiel:
Viersitzige Flugzeuge
Einziehfahrwerke
Verstellpropeller (Constant Speed)
Mehrmotorige Antriebe
Tecnam startet das Programm MOSAIK59
Als Reaktion starten die Italiener jetzt eine modifizierte Flugzeugfamilie mit dem Namen MOSAIK59. Das Akronym steht für Modular Optimized Sport Aviation Initiative – ein Baukastenansatz, der unterschiedliche Felder vom Schulbetrieb bis zum schnellen Reiseflug abdeckt. Die letzten drei Zeichen K59 beschreiben die notwendige Überziehgeschwindigkeit von nicht mehr als 59 Knoten.
Ziel ist es, einen Großteil der bestehenden Tecnam-Modellpalette MOSAIC-kompatibel zu machen. Derzeit sind folgende Muster Teil von MOSAIK59:
Tecnam P92 Echo MKII bewährter Einstieg mit 600 kg MTOW und Rotax 912 iS für Schulung und kosteneffizienten Betrieb mit Gesamtrettungssystem.
Tecnam P2008 Next Generation erhöhte MTOM, wahlweise Rotax 912 iS oder 916 iS. Das Flugzeug ist optional mit Gesamtrettungssystem erhältlich.
Tecnam Astore GT Rotax 916 iS, Klimaanlage, optional: Gesamtrettungssystem.
Tecnam P2010 wahlweise mit Lycoming-Bezinmotor oder Continental CD-170 (Diesel / Jet A1).
Tecnam P2006T NG Zweimot mit Rotax 912 iS und zudem Part-22-konform.
Tecnam P2006T NGDie Tecnam P2006T NG hat jetzt die EASA-Zulassung erhalten. Bild: Martin TrotzReisemaschineSchicke Reisemaschine: Mit Turbolader und optionalem Sauerstoffsystem ist die P2010 bis in FL180 unterwegs.
Mehr Auswahl für US-Flugschulen und -Privatpiloten
Mit Inkrafttreten zusätzlicher Sport-Pilot-Rechte ab Oktober 2025 und neuen Part-22-Registrierungen ab Juli 2026 haben Flugschulen einen größeren Spielraum bei der Musterauswahl. Auf MOSAIC-Mustern können sowohl Anwärter für die recht einfach zu erwerbende Sport Pilot License geschult als PPL-Piloten trainiert werden. Einige Muster sind sogar für IFR- und CPL-Ausbildungen einsetzbar.
Für Privatpiloten bedeutet MOSAIC vor allem eines: mehr Nutzlast, mehr Flexibilität – und im Fall der P2006T NG sogar zweimotoriges fliegen unterhalt des PPL-A. Denn für die meisten MOSAIC-Muster genügt eine Sport Pilot License (SPL), vergleichbar mit der deutschen UL-Lizenz. Allerdings darf dann derzeit nur zweisitzig geflogen werden.
„Als wir die Regel zum ersten Mal lasen, dachten wir, dass sie genau auf unsere Mission zugeschnitten ist, was sich nun mehr denn je bestätigt: Das Fliegen einfacher, sicherer und für alle zugänglich zu machen. MOSAIC eröffnet der gesamten Luftfahrtbranche eine neue Ära voller Möglichkeiten. Tecnam ist bereit, die bewährten Plattformen anzupassen, um mehr Menschen mit einfach bedienbaren Flugzeugen den Zugang zur Luftfahrt zu ermöglichen,“ sagt Giovanni Pascale Langer, CEO von Tecnam.
Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.