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Ultraschnell: Risen 915iS SuperVeloce

Die Porto Aviation Group überbietet sich selbst: Das Highperformance-UL Risen, das den Geschwindigkeitsweltrekord für UL-Dreiachser hält, ist mit neuem Antrieb sowie Modifikationen an Trag- und Leitwerk noch schneller geworden.

Von Redaktion
Risen 915iS SuperVeloce
Highspeed-Flunder: Short-Wing-Risen mit kleinerem Leitwerk und stärkerem Motor Foto: Porto Aviation Group

Es ist eine der Neuheiten, die eigentlich auf der in den Juli verschobenen und dann doch abgesagten Luftfahrtmesse AERO hätten präsentiert werden: eine Risen mit Rotax 915iS, gekürzter Tragfläche und kleinerem V-Leitwerk. Nun wird die Risen 915iS SuperVeloce im Rahmen des Fly-ins »VFR & Fun« in Italien stattfindet – in Pavullo nel Frignano, der früheren Homebase des Herstellers südlich von Modena. Termin: 9. bis 11. Juli.

Was Porto da zeigt, wird Speed-Freaks entzücken. Schon die bisherige Risen mit Rotax 914 (Turbomotor, 115 PS) ist in der UL-Klasse konkurrenzlos schnell. Im April dieses Jahres hat der Composite-Zweisitzer mit 400,45 km/h TAS in 10.000 Fuß einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für UL-Dreiachser aufgestellt (siehe fliegermagazin #6.2021; Heft hier erhältlich). Vorausgegangen war ein Wettlauf mit dem schwedischen Hersteller Blackwing, dessen BW 635RG ein Jahr zuvor 389,55 erreicht hatte – mit dem 141 PS leistenden Rotax 915iS. Den gleichen Motor hat Porto nun in seine Risen eingebaut. Einfach war es nicht, den größten und stärksten Rotax in die schlanke Schnauze zu integrieren, denn gegenüber dem 914 hat der 915iS zusätzlich einen Ladeluftkühler.

Foto: Porto Aviation Group
Integrationsleistung: In der schlanken Schnauze sitzt ein Rotax 915iS. Trotz Ladeluftkühler passt der stärkere Antrieb unter die Cowling

Wegen des zu erwartenden deutlichen Geschwindigkeitszuwachses bei nur mäßig erhöhtem Gewicht konnte die Flügelfläche reduziert werden. Die Risen 915iS SuperVeloce hat aber nicht nur weniger Spannweite als die bisherige Version. Auch das V-Leitwerk wurde gestutzt – die Short-Wing-Risen kommt bei gleicher Längsstabilität mit einem kleineren Leitwerksvolumen aus. Beide Maßnahmen haben das Gewicht der Zelle gesenkt. Da der Rotax 915iS aber schwerer ist als die bisher verwendeten Rotax-Motoren 912iS und 914, ließ sich das Gesamtgewicht nicht halten: Mit Rotax 912iS wiegt die Risen laut Zulassung leer 327,5 Kilogramm – für die 915iS SuperVeloce nennt der Hersteller ein Leergewicht von „unter 365 Kilo mit Glascockpit-Ausstattung“.

Mit den Stallspeed-Anforderungen hat die neue Risen offenbar kein Problem. Die höhere Flächenbelastung, so Porto-Vertriebschef Stéphan d’Haene, habe die Mindestfahrt lediglich um 10 km/h erhöht, die geforderten 83 km/h (in Landekonfiguration) seien ohne weiteres zu schaffen. Durch die höhere Flächenbelastung liege das Flugzeug nebenbei satter in der Luft, während die Querruderwirkung aufgrund der kürzeren Spannweite etwas sportlicher sei.

Foto: Porto Aviation Group
Große Klappen, kleine Ruder: Obwohl die Querruder geschrumpft sind, ist das Flugzeug um die Längsachse sportlicher geworden. Die geforderte Stallspeed wird auch mit reduzierter Flügelfläche erreicht

Und wie schnell ist die Neue nun? 40 Prozent mehr Motorleistung in Verbindung mit den Änderungem am Flugzeug sollen die im Reiseflug erzielbare True Airspeed auf 450 km/h (250 Knoten) erhöht haben. Zum Vergleich: Lancair nennt für seine 310 PS starke Legacy RG-550 – das Maß der Dinge bei den schnellen Composite-Zweisitzern in der E-Klasse – eine Reisegeschwindigkeit von 240 Knoten. Stéphan d’Haene weist darauf hin, dass ein UL nun möglicherweise die schnellste Kolbeneinmot auf dem Markt ist.

Foto: Porto Aviation Group
Stolz: Risen-Team mit der SuperVeloce. Konstrukteur, Gründer und Chef der Herstellerfirma Porto Aviation Group ist der Argentinier Alberto Porto (7. v. l.)

Die Risen 915iS SuperVeloce kostet zwischen 230.000 und 250.000 Euro netto, je nach Avionik. Sie ist sowohl mit Garmin- als auch mit Dynon-Ausstattung erhältlich. Eine Zulassung in Deutschland liegt noch nicht vor. Mit Rotax 912iS hat die Risen seit September 2020 die deutsche UL-Musterzulassung für eine maximale Abflugmasse von 600 Kilo.

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