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Ungarn: Gestohlene Cessna nähert sich Kernkraftwerk – Militär reagiert

Ein offenbar alkoholisierter Mann geriet mit einer unbefugt gestarteten Cessna in die Sperrzone um das Kernkraftwerk Paks. Die ungarische Luftwaffe reagierte mit zwei Abfangjägern.

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Eine Cessna 172 wie die in Kalocsa entwendete Maschine – Symbolbild.
Eine Cessna 172 wie die in Kalocsa entwendete Maschine – Symbolbild. Bild: Carlos / Saigon - Vietnam Pixabay

Im südungarischen Kalocsa kam es am vergangenen Samstag, 29. August, zu einem eher ungewöhnlichen Vorfall: Eine dort abgestellte Cessna 172 wurde unbefugt in Betrieb genommen und näherte sich anschließend dem Sperrgebiet um das Kernkraftwerk Paks. Das ungarische Militär reagierte mit der Alarmierung zweier Abfangjäger vom Typ Saab Gripen. Wenige Minuten später endete der Cessna-Flug mit einer Landung auf einem Sonnenblumenfeld.

24-Jähriger fliegt in Sperrgebiet LHP-1

Nach Angaben der ungarischen Polizei gelangte ein 24 Jahre alter Mann unbefugt auf den Flugplatz Kalocsa-Foktő (LHKA) und nahm dort eine am Boden festgezurrte Cessna 172 in Betrieb. Da er die Verankerungsseile nicht löste, rissen diese beim Losrollen ab. Die Maschine flog zunächst in Richtung Uszód, anschließend in Richtung Paks.

Ungarns Verteidigungsminister Romulusz Ruszin-Szendi erklärte auf Facebook, die Radarsysteme der Streitkräfte hätten das Flugzeug unmittelbar nach dem Start erfasst. Das diensthabende Gripen-Paar sei vom Fliegerhorst Kecskemét umgehend gestartet. Grund für die Reaktion: Um das Kernkraftwerk Paks gilt ein Sperrgebiet – LHP-1 Paks. Privatpiloten dürfen hier in einem Radius von drei Kilometern unterhalb von 19.500 Fuß nicht einfliegen. Es handelt sich nicht nur um eine „Restricted Area“, sondern um eine noch strenger geschützte „Prohibited Area“.

Notlandung der Cessna 172 bei Gerjen

Nach wenigen Minuten führte der Pilot in der Nähe der Gemeinde Gerjen (Komitat Tolna) eine Notlandung auf einem Sonnenblumenfeld durch. Dabei brach das Fahrwerk, die Maschine kam auf einer Tragfläche liegend zum Stillstand. Die Gripen-Jets blieben laut Ministeriumsangaben über dem Gebiet, bis Rettungshubschrauber und Bodenkräfte eintrafen.

Mehrere ungarische Medien berichten übereinstimmend, dass der Mann nach der Landung orientierungslos auf einer nahegelegenen Straße unterwegs war. Ein vorbeifahrender Autofahrer hielt an, um zu helfen – woraufhin der Mann in dessen Fahrzeug stieg und versuchte, damit wegzufahren. Kurz darauf trafen Polizeikräfte ein und nahmen ihn fest. Bei der anschließenden Untersuchung im Krankenhaus wurde eine Alkoholisierung festgestellt.

Zweiter Gripen-Einsatz binnen zwei Tagen

Wie das Fachportal AeroTime berichtet, war es bereits der zweite Gripen-Einsatz innerhalb von 48 Stunden in Ungarn: Am Nachmittag des 28. August war ein französisch registrierter Piper PA-28 ohne Freigabe in ungarischen Luftraum bei Fertőszentmiklós eingeflogen, was ebenfalls die Alarmierung von Abfangjägern zur Folge hatte.

Ungarn meldete den Luftraumverstoß den zuständigen Behörden. Beide Vorfälle ereigneten sich zudem nur wenige Tage, nachdem am 24. August eine ungarische Gripen bei Szolnok verunglückt war.

Zu den Beweggründen des Mannes liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Nach eigenen Angaben konnte er sich nach dem Vorfall nicht mehr an die Ereignisse erinnern. Auch ist bislang nicht bekannt, ob er über eine Pilotenlizenz verfügt.

Die ungarische Polizei hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Luftfahrtbehörde eine Kontrolle des Flugplatzes Kalocsa eingeleitet, weitere Flugplatzkontrollen im Land sollen folgen.

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Über den Autor
Isabella Sauer

Isabella Sauer ist Jahrgang 1991, studierte in Bamberg Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat bei Auto Bild. Seit ihrer Jugend ist sie journalistisch tätig und arbeitete für große Verlagshäuser, darunter Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Print, Digital, Social Media - für Isabella hat jeder Inhalt das Potenzial, vielfältig aufbereitet zu werden. Und wie kam sie zum fliegermagazin? Das Thema Mobilität interessierte sie immer schon sehr. Ob Auto, Bahn, Camper, Airliner oder Fahrrad: Die Welt lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken. Nun geht es für Isabella Sauer in die Luft. Seit Mai 2025 hat sie eine Privatpilotenlizenz (PPL).

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