Waldbrände stören Flugverkehr in Oshkosh
Vor Beginn des EAA AirVenture behinderte der Rauch von Waldbränden am Wochenende und in der Vorwoche die massenhaften Anflüge in Oshkosh.
Nur 1,5 Kilometer Sicht am Sonntag – das reicht bis zum Nachmittag nicht, um den Flugplatz von Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin nach VFR anzufliegen. Normalerweise landen die Flugzeuge dort am Vortag des berühmten EAA AirVenture im Sekundentakt und teils sogar gleichzeitig. Doch der Platz war bis etwa 15 Uhr nur IFR erreichbar. Rauchschwaden von weit entfernten Waldbränden sind das Problem.
Am Montag, dem 20. Juli, beginnt das Mega-Fly-in in Oshkosh. Doch schon vergangenen Donnerstag behinderte der Rauch von riesigen Waldbränden in Kanada und Minnesota die Anflüge. Die Brände sind hunderte bis tausende Kilometer weit entfernt, aber eine Inversionswetterlage sorgt für eine hohe Konzentration von Partikeln in Bodennähe. Rauchpartikel schränkten die Sicht so weit ein, dass keine VFR-Anflüge möglich waren. Das gleiche passierte nun am Sonntagvormittag. Auch an den anderen Tagen lagen die Sichten mit nur wenig mehr als fünf Kilometer an der Grenze für legale VFR-Flüge.
Legendärer Anflug auf Oshkosh
Es sind die Tage vor der Veranstaltung, an denen normalerweise tausende Besucherflugzeuge landen. Das Anflugverfahren mit den drei farbigen Punkten auf der Runway ist legendär. Doch diesmal sind die Parkflächen am Vortag der Show an manchen Stellen auffallend leer, auch wenn bereits tausende Flugzeuge vor Ort sind. Am Sonntagnachmittag begann dann der VFR-Flugverkehr in gewohnt hoher Dichte.
Die verringerten Sichtweiten sind nicht das einzige Problem, dass die Partikel des Waldbrandrauchs in der Luft verursachen: Die Behörden stufen die Luft derzeit über weite Zeiträume des Tages als gesundheitsschädlich ein und raten von einem Aufenthalt im Freien ohne Schutzmaske ab – zumindest für empfindliche Personen und bei hoher körperlicher Aktivität. Am Montag soll es mit Regen zu einem Wetterumschwung kommen.

Thomas Borchert begann 1983 in Uetersen mit dem Segelfliegen. Es folgte eine Motorsegler-Lizenz und schließlich die PPL in den USA, die dann in Deutschland umgeschrieben wurde. 2006 kam die Instrumentenflugberechtigung hinzu. Der 1962 geborene Diplom-Physiker kam Anfang 2009 vom stern zum fliegermagazin. Er fliegt derzeit vor allem Chartermaschinen vom Typ Cirrus SR22T, am liebsten auf längeren Reisen und gerne auch in den USA.


