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EAA AirVenture 2012 in Oshkosh – das größte Fly-in der Welt

Die schönsten Bilder vom größten Fly-in der Welt hat fliegermagazin-Fotografin 
Christina Scheunemann aus Oshkosh mitgebracht. Ende Juli versammelten sich dort 500 000 Besucher und über 10 000 Flugzeuge. Auch neue Produkte gab es in Massen

Von Redaktion
Foto: Christina Scheunemann

Das neue Audio-Panel: Bendix/King KMA30

Traditionshersteller Bendix/King hat sich mit einem großen Auftritt zurückgemeldet und angekündigt, künftig wieder stärker die Allgemeine Luftfahrt bedienen zu wollen. Die Amerikaner zeigten ein iPad-App namens My Wingman und das neue Audio-Panel KMA30, das eine Bendix/King-Variante des PS Engineering PMA8000BT ist. Auch eine baldige Zulassung des KNS770-GPS-Navigators wurde in Aussicht gestellt. Bendix/King sieht seine Zukunft darin, besonders einfach zu bedienende Einbau-Avionik anzubieten.

Modern als LC-Display: Dynon D1

Ein besonders für IFR-Piloten sehr interessantes portables Produkt stellte Dynon vor, bekannt als Anbieter nicht-zertifizierter Glascockpits. Dynon bezeichnet das D1 als Back-Up-EFIS: Es zeigt die Fluglage als Künstlichen Horizont an, Libelle und Wendezeiger finden sich ebenso auf dem LC-Display wie Höhe und Speed. Die Daten liefern ein eingebauter Lagesensor und ein internes GPS, sodass nicht Air-, sondern Groundspeed angezeigt wird. Das Gerät soll 1425 US-Dollar kosten und wird mit Zigarettenanzünder-Adapter, Saugnapf- und Klemmhalterung geliefert. Letztere passt in einen Standard-Rund-instrumentausschnitt.

Foto: Christina Scheunemann
Weite Reise: Die vom Koffer-hersteller Rimowa gesponserte Ju-52 ist aus Europa eingeflogen (Foto: Christina Scheunemann)

Aspen Connected Panel


Aspen Avionics, Hersteller der nachrüstbaren Evolution PFD/MFD, hat die FAA-Zulassung für seine Connected-Panel-Technologie erhalten. Dabei wird ein kleines WLAN-Funkgerät für 2500 US-Dollar verdeckt installiert und mit den dafür geeigneten Einbaugeräten im Cockpit verkabelt. Das WLAN-Gerät kommuniziert dann drahtlos mit Tablet-Computern wie dem iPad. So ist es etwa möglich, dass eine iPad-Flugplanungssoftware die Route drahtlos in ein Garmin 430 und die übrige Avionik im Panel überträgt. Flugdaten lassen sich ebenso von der Einbau-Avionik auf das iPad übertragen. Auch ein Überspielen von Daten-Updates ist prinzipiell möglich.

Avidyne IFD540/IFD440


Mit dem jetzt neu angekündigten IFD440 bietet Avidyne einen Ersatz für Garmins weit verbreitetes GNS 430 an. Das IFD440 lässt sich einfach in dessen Einschubfach einstecken. Das größere IFD540 fungiert entsprechend als Ersatz für Garmins GNS 530. Beide IFDs bieten COM-, NAV- und GPS-Funktionen; sie sind durch die Kombination von Tasten und Touch Screen besonders leicht bedienbar. Das IFD540 soll noch in diesem Jahr verfügbar sein, das IFD440 aber erst Ende 2013.

Van’s RV-14 – das neue Kitplane

Der US-amerikanische Kit-Anbieter Van’s hat sein Angebot um das Modell RV-14 erweitert. Es ähnelt der RV-7 und ist ebenso wie diese kunstflugtauglich. Das Cockpit bietet den zwei Insassen aber sehr viel mehr Platz, auch der Gepäckraum ist größer – hier zeigt sich eine Nähe zur viersitzigen RV-10. Der in Oshkosh ausgestellte Prototyp war mit einem 210 PS starken Lycoming IO-390 ausgestattet.

Bald auch in Europa: Cessna Skycatcher

Kommt doch nach Europa: Die Skycatcher wird als Normalflugzeug zertifiziert
(Foto: Christina Scheunemann)

Überraschend verkündete Cessna in Oshkosh eine Lösung, mit der die zweisitzige, in den USA als Light Sport Aircraft (LSA) zugelassene Skycatcher doch in Europa angeboten werden kann. Das Unternehmen hatte zur AERO sämtliche Bestellungen aus Europa vorerst storniert, da man offenbar den Aufwand einer Zulassung nach den komplizierteren EASA-Regeln für LSA scheute. Nun soll die Cessna 162 als Normalflugzeug zertifiziert werden, in Europa vermutlich in der Kategorie Very Light Aircraft (VLA). Damit steht einem weltweiten Verkauf nichts mehr im Weg. In den USA kann die Skycatcher aber weiter mit der Sport Pilot License geflogen werden, die einfacher zu erwerben ist und kein Medical erfordert.

Continental Diesel


Drei Dieseltriebwerke mit Leistungen von 180 bis 350 PS will der US-Motorenhersteller Continental entwickeln. Basierend auf Technologie, die Continental 2010 offensichtlich vom französischen Unternehmen sma erworben hat, soll noch in diesem Jahr der 200 bis 250 PS starke Turbo-Vierzylinder TD-300 zertifiziert werden; Produktionsbeginn ist für das erste Quartal 2013 geplant. Der TD-450 mit bis zu 350 PS Leistung soll 2015 folgen, 2017 der 160 bis 180 PS starke TD-220. In welchen Flugzeugen die Motoren verbaut werden sollen, ist unklar, es wird aber auch Nachrüstoptionen geben.

Cessna 182 NXT


Cessna hat eine Variante der 182 Skylane mit Dieselmotor angekündigt. Genutzt wird die aktuelle Version des seit Jahren zugelassenen, aber kaum verbreiteten sma SR305 der französischen Firma Safran, die ihren turbogeladenen Motor ungeachtet der nie offiziell bestätigten Lizenzierung der Technologie an Continental (siehe unten) weiterentwickelt hat. Die 182 NXT hat 230 PS und soll bei 42 Liter Verbrauch pro Stunde 155 Knoten schnell sein. Sie löst Mitte 2013 die Avgas-Turbo-Skylane ab und soll 515 000 US-Dollar kosten. Da der Motor nicht für Auto-Diesel, sondern nur für Jet Fuel zugelassen ist, meidet Cessna die Bezeichnung „Dieselmotor“. Lycoming will den Motor mit Ersatzteil- und Wartungsdienst unterstützen.

Foto: Christina Scheunemann
Airshow bei Nacht: Kunstflug mit Feuerwerk ist Höhepunkt des Samstagabends
(Foto: Christina Scheunemann)

Diamond D-Jet


Die Österreicher flogen den Prototyp ihres einstrahligen Jets erst am Donnerstag der Show nach Oshkosh. Dort präsentierte die Maschine eine wichtige aerodynamische Neuerung: Die Winglets sind weg. An den Flügelspitzen waren bislang fast senkrechte Winglets angebracht, die jetzt leichten Anwinkelungen, so genannten „blended winglets“ gewichen sind. Dies sei die endgültige aerodynamische Auslegung, hieß es bei Diamond.

Fotos: Christina Scheunemann, fliegermagazin 9/2012

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