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Was die Ostfriesische Insel Langeoog Piloten und ihren Familien bietet

Ein Flugplatz, keine Autos, eine Inselbahn, ein 14 Kilometer langer Sandstrand: Mit ihren zahlreichen Attraktionen ist die Ostfriesische Insel Langeoog ein Paradies im Wattenmeer. Wir waren vor Ort!

Von Redaktion
Langeoog
Die Ostfriesische Insel Langeoog: Was will man mehr! Links der Sandstrand, rechts der Flugplatz, rechts oben das Festland, in der Mitte oben die Nachbarinsel Spiekeroog.

Aus dem geplanten langen Endanflug übers Wattenmeer auf die Ostfriesische Insel Langeoog wird nichts. Die Langeooger Frequenz ist belegt, eine Maschine nach der anderen steuert die Piste an. Also in die Platzrunde.

Anflug und Landung sollten sauber durchgeführt werden, denn wer auf der »23« den Abrollweg nach 400 Metern verpasst, muss backtrack zurück und zwingt so die Folgemaschine möglicherweise zum Durchstarten.

Die Ostfriesische Insel Langeoog hat einen eigenen Flugplatz

Das Vorfeld ist so voll, als wäre heute Fly-in und nicht einfach nur ein sonniger Wochenendtag. Piloten schätzen die Ostfriesische Insel Langeoog, weil der Flugplatz gleich am Ortsrand liegt und alles schnell erreichbar ist. Außerdem hat sich EDWL als Alternative zu Wangerooge etabliert, wo die 15 befestigten Parkplätze öfter belegt sind, wenn die Grasabstellfläche nach Regen unter Wasser steht.

In Reih und Glied: Auf der Ostfriesischen Insel Langeoog wird in mehreren Reihen entlang des Rollwegs geparkt.

Auf dem kurzen Fußweg ins Dorf genießen wir die Ruhe: Langeoog ist autofrei. Stattdessen gibt es eine kleine Inselbahn, die den Fähranleger und den Bahnhof in der Ortsmitte miteinander verbindet. Den Reiz der Insel macht ihre Überschaubarkeit aus: ein kleiner Ort, Hafen, Flugplatz und ansonsten nur Natur mit wilden Dünenlandschaften, Weiden, Wald und 14 Kilometern schönstem weißem Sandstrand. Perfekt, um dem Trubel des Alltags zu entkommen und Kraft zu tanken.

Sängerin und Schauspielerin Lale Andersen lebte viele Jahre auf der Ostfriesischen Insel Langeoog

Das wusste bereits Lale Andersen zu schätzen. Die Sängerin und Schauspielerin wurde zwar in Bremerhaven geboren, verbrachte aber viele Jahre auf Langeoog. Ihrer Wahlheimat setzte sie mit dem Schlager »Die Fischer von Langeoog« ein Denkmal. Andersens Weltruhm freilich begründete »Lili Marleen«, das melancholische Soldatenlied aus dem Zweiten Weltkrieg über Abschied, Trennung und ungewisse Heimkehr: »So wollen wir uns da wiederseh’n. Bei der Laterne wollen wir steh’n.«

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Inspiriert vom Liedtext zeigt das Lale-Andersen-Denkmal am Ortsrand eine Bronzestatue der Sängerin, natürlich an eine Laterne gelehnt. Ein guter Treffpunkt. Andersens früherer Wohnsitz, eines der wenigen verbliebenen Reetdachhäuser auf der Insel, wurde liebevoll renoviert und ist heute als Ferienhaus zu mieten (www.lale-andersen-haus-langeoog.de). Auf dem Dünenfriedhof kann ihr Grab besichtigt werden. 

Wahrzeichen Langeoogs ist ein im Jahr 1909 erbauter Wasserturm

 Unweit des Denkmals, auf einer hohen Düne, steht das Wahrzeichen Langeoogs: ein in Weiß erstrahlender Wasserturm. 1909 erbaut, um die zunehmenden Touristenströme mit Trinkwasser versorgen zu können, bietet er heute Besuchern die Möglichkeit, vom Obergeschoss aus ein grandioses 360-Grad-Panorama über die Insel und das Wattenmeer zu genießen.


Urlaubsstimmung auf der Ostfriesischen Insel Langeoog: Am Sandstrand kann man richtig gut runterkommen. Hier reicht schon ein Wochenende, um den Alltag hinter sich zu lassen. 

Außerhalb des Orts erkundet man die Insel am besten mit einem gemieteten Fahrrad oder E-Bike. Durch die Natur des Nationalparks Wattenmeer sind es 25 Kilometer bis zum Ostende der Insel – zwar fast ohne Steigung, aber der Seewind kommt ja beim Radfahren bekanntlich immer von vorn. Als Belohnung für die Strampelei erwartet einen an der Ostküste die Aussichtsplattform Osterhook, von der aus man Kegelrobben und Seehunde beobachten kann. Wer mehr über die Natur erfahren und Sehenswürdigkeiten kennenlernen möchte, bucht eine geführte Radtour.

Für die Touristen auf Langeoog: 1963 wurde die Inselbahn gebaut

 Seit der mittelalterlichen Besiedlung Langeoogs waren die Insulaner immer wieder durch schwere Sturmfluten und Sandflug bedroht. So musste das zunächst im Osten angesiedelte Dorf 1666 nach Westen verlegt werden, weil es unter Treibsand zu verschwinden drohte. Nachdem Sturmfluten die Insel schwer verwüstet hatten, verließen die Bewohner sie 1721; mehrere Jahre blieb Langeoog unbewohnt. Ab 1830 wurde vermehrt auf den Fremdenverkehr als Einnahmequelle gesetzt, 1936 führte er zum Bau der Inselbahn. Während des Zweiten Weltkriegs diente Langeoog als »Seefestung« mit Flakstellungen und einem Militärflugplatz für Nachtjäger. 

Ein geschicktes Händchen fürs Geschäft mit den Gästen bewiesen die Langeooger in ihrer Geschichte immer wieder, zum Beispiel nachdem das Schiff Aurora 1895 auf Langeoog gestrandet war: Findige Insulaner kauften das Wrack der Versicherung ab und eröffneten darin eine Gaststätte. Die »Bordküche« wurde schnell beliebt. Das ging solange gut, bis 1901 eine erneute Sturmflut das Schiffswrack zerstörte.

Empfehlenswert ist auch das Schifffahrtsmuseum auf der Ostfriesischen Insel Langeoog

Mehr über die Geschichte Langeoogs erfährt man im Heimatmuseum »Seemannshus«. Empfehlenswert ist auch das Schifffahrtsmuseum im »Haus der Insel« mit seiner großen Sammlung an nautischen Antiquitäten, Schiffsmodellen und Flaschenschiffen. Vor dem Gebäude thront ein Exponat in Originalgröße: der Seenotrettungskreuzer »Langeoog«, der 1980 ausgemustert wurde.

600 Meter Betonsteine: Wer die beiden Pistenausfahrten verpasst, muss per Backtrack zurück. Das kann bei viel Betrieb den Verkehr aufhalten. 

Nach all der Aktivität muss natürlich der Hunger gestillt werden. Eine lokale Spezialität ist Queller: Die Salzpflanze wird unter anderem zum Würzen und Verfeinern von Salaten sowie als Beilage zu regionalen Fischgerichten genutzt. Übrigens nennt sich Langeoog seit 2013 »Slow-Food-Förderer«; auf den Speisekarten der Gastroszene finden sich zahlreiche Produkte von regionalen Produzenten. Dazu zählen Bio-Tees, Gin aus eigener Produktion oder Fairtrade-Kaffee. Langeoog wurde sogar als erste deutsche »Fairtrade-Insel« zertifiziert.

Aktivitäten auf der Ostfriesischen Insel Langeoog für alle:

Reittouren sind durch die Dünen und um das Inselwäldchen möglich. Windsurfer, Kiter und andere Wassersportler kommen
am Weststrand auf ihre Kosten. Schule für Surfen, Segeln und Stand-up Paddling: http://windsurfing-langeoog.eu.

Mannschaftssportarten und Kurse am Strand sowie im
Sportzentrum: www.langeoog.de/inselguide/freizeitbadespass/sportzentrum

Golf, bei steifer Brise eine echte Herausforderung: Neun-Loch-Platz »An’t Diek«, www.golfclub-insel-langeoog.de.

Meerwasser-Erlebnisbad mit Riesenrutsche und Saunalandschaft: www.langeoog.de/inselguide/freizeit-badespass/meerwasser-erlebnisbad

Wattwanderungen, Ponyreiten für Kinder und Spielhaus Spöölstuv: www.langeoog.de/inselguide/freizeit-badespass/spoeoelstuv

Jugendhaus: www.langeoog.de/inselguide/freizeit-badespass/jugendhaus-am-meer)

Text & Fotos: Jan Fees, Lukas Kirchner

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