Unfallakte

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Fataler Abstieg ohne Erdsicht: Absturz mit Cessna 172P in der Eifel

Strahlender Sonnenschein über einer geschlossenen Wolkendecke. In der Ferne, wo der Heimatplatz liegt, hätte die Cessna-Crew wieder Erdsicht – nur ein paar Wolkenfetzen stehen noch im Weg …

Von Redaktion

Nordeifel, geschlossene Wolkendecke, darüber zieht eine Cessna 172P in 3300 bis 4200 Fuß MSL ihre Bahn. In besten VMC. An Bord Lehrer und Schüler. Gestartet war die Einmot um 14.28 Uhr in Bonn-Hangelar. Dort, wie auch im gesamten Rheintalgebiet, herrschen an diesem Dezembertag bei ein bis zwei Achtel Bewölkung einwandfreie Sichtflugbedingungen. Auf westlichem Kurs übersteigt die Cessna wenige Minuten nach dem Start die geringe Bewölkung mit Untergrenzen von zirka 1500 Fuß GND.Der Kurs führt Richtung Nordeifel; die Wolken machen dicht – keine Erdsicht mehr, dafür über der Stratusdecke dauerhaft VMC. Etwa vier Meilen südwestlich der Dahlemer Binz kurvt der Hochdecker nach links, auf Kurs Nordost sinkt die Maschine mit etwa 250 Fuß pro Minute …

Am frühen Morgen des nächsten Tages finden Suchtrupps das Wrack in einer Waldlichtung der Eifel, beide Insassen sind tot. Der Transponder wurde im Mode C betrieben, so ließ sich der Flugweg samt Höhenangaben lückenlos zurückverfolgen. Ob sich der verantwortliche Pilot Wetterinfos einholte, ließ sich nicht klären. Nach der Gebietsvorhersage für die Allgemeine Luftfahrt (GAFOR) lag das Unfallgebiet am nördlichen Rand der GAFOR-Region 37 (Eifel). Es war für den relevanten Zeitraum mit X-Ray eingestuft: horizontale Sichten am Boden weniger als eineinhalb Kilometer, Hauptwolkenuntergrenze bei einer Bezugshöhe von 2000 Fuß tiefer als 500 Fuß.

Vermutlich sahen beide Männer, bevor sie die Inversionshöhe durchsanken, deutlich den Rand des Wolkenfeldes sowie das sich anschließende wolkenfreie Gebiet in Richtung Heimatplatz. Darauf steuerten sie zu. In den letzten eineinhalb Minuten der Aufzeichnung änderte die Crew in einer gleichbleibenden Höhe von 1600 Fuß MSL ihren Nordostkurs auf etwa 250 Grad, vermutlich um letzten Wolkenfetzen auszuweichen, nachdem wohl wieder Erdsicht bestand. Untersucher halten es für ausgeschlossen, dass in dieser Phase über dem bergigen Gelände eine exakte Positionsbestimmung möglich war. Zu spät realisierten die Piloten, dass das Gelände anstieg …

Text: Markus Wunderlich, fliegermagazin 8/2005

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