Ausbildung

Fortbildung zum ATPL

Die gewerbliche Pilotenlizenz kann den fliegerischen Horizont erweitern – und bietet sogar ein Zusatzeinkommen

Von Redaktion
Goldene Streifen am Ärmel: Viele Privatpiloten träumen von einem Job im Cockpit 
eines Verkehrsflugzeugs – eine Berufspilotenlizenz ist die Voraussetzung dafür Foto: Lufthansa

Die Situation für Berufseinsteiger war selten so gut: Laut einer Studie des US-amerikanischen Luftfahrtkonzerns Boeing herrscht in den nächsten 30 Jahren ein Bedarf an 790 000 Flugzeugführern.
Für manch einen Privatpiloten eine verlockende Aussicht: Warum nicht die Lizenz aufstocken und das Hobby zum Beruf machen? Mit der Privatpilotenlizenz ist der erste Schritt auf der Karriereleiter schließlich bereits geschafft. Nur: Gewerblich zu fliegen erlaubt sie nicht.

Minimum 200 Stunden Flugzeit

Anders die Berufspilotenlizenz (Commercial Pilot License, CPL), die man bereits für Einmotorige in Sichtflugbedingungen erwerben kann. Die für die Lizenz nötigen Voraussetzungen, 200 Stunden Flugzeit im Logbuch und Nachtflugberechtigung, sind keine große Hürde. Auch die praktische Ausbildung ist mit 15 Stunden sehr überschaubar. Die Theorie hingegen unterscheidet sich kaum von jener, die für die höherwertige Verkehrspilotenlizenz gefordert ist. Viele Piloten erledigen deshalb gleich die 14 Prüfungsfächer der Airline Transport Pilot License und schaffen damit die Grundlage für den Erwerb der ATPL. Sie erlaubt das Führen von Flugzeugen mit Mehrmanncockpit als Kapitän – also beispielsweise alle Verkehrsflugzeuge und größere Business Jets. Neben den geforderten 1500 Flugstunden Gesamtflugzeit sind vor allem 500 Stunden im Mehrmanncockpit die Hürde für Berufseinsteiger.
Viele Flugschulen bieten Programme, die auf den Ausbildungsstand von Privatpiloten optimiert sind, und rechnen die bisher erworbenen Qualifikationen an – Instrumentenflug- und Mehrmotorigenberechtigung reduzieren den Aufwand für die Berufs- oder Verkehrspilotenlizenz erheblich.

Kein Alterslimit

Doch bleiben wir realistisch: Vom Privatpiloten zum 737-Kapitän – das ist ein unwahrscheinlicher Karriereweg. Selbst wenn die meisten Fluggesellschaften kein offfizielles Alterslimit für Bewerber haben, halten sogar Flugschulbetreiber die Chancen auf einen Job im Airlinercockpit für Quereinsteiger jenseits der 40 für eher theoretisch.

Privatpiloten haben die Ausbildung zum Profi teilweise schon erledigt

Aber auch abseits der Linienfliegerei bietet die gewerbliche Luftfahrt genügend Möglichkeiten: Angefangen vom Rundflugbetrieb mit einmotorigen Kolbenflugzeugen, oder der Inselfliegerei bis zum Organtransport oder Charter mit Turboprops oder Business Jets. Gerade wer seine Zeit flexibel einteilen kann und finanziell nicht aufs berufliche Fliegen angewiesen ist, hat bei vielen Unternehmen gute Chancen. Es muss ja auch nicht unbedingt eine Vollzeit-Festanstellung sein, für die man gleich seinen bisherigen Beruf an den Nagel hängt. Aber wer kann es sich schon leisten, privat einen millionenteuren Jet zu fliegen? Als Berufspilot kann man das regelmäßig. Und obendrein gibt es so-gar Geld dafür.

Text: Christof Brenner fliegermagazin 04/2019

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