Aura Aero plant Werke in Frankreich und den USA
Das französische Unternehmen setzt auf hybride und vollelektrische Antriebe und steigt zudem in den Militärmarkt ein. Die Details.
Aura Aero bekommt frisches Kapital: Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Series-B-Finanzierung über 50 Millionen Euro wächst das Finanzvolumen auf rund 340 Millionen Euro. Gleichzeitig liegen bereits feste Bestellungen für das hybride Regionalflugzeug Era vor. Damit verlässt das Unternehmen endgültig die reine Entwicklungsphase und steuert auf industrielle Serienproduktion zu.
Zum Investorenkreis gehören verschiedene Fonds, unter anderem Tech Souveraineté, der im Auftrag der französischen Regierung von Bpifrance verwaltet wird, der European Innovation Council Fund (EIC Fund), Safran Corporate Ventures, Blast, Innovacom, der Florida Opportunity Fund sowie die EDF-Gruppe.
Aura Aero: Vier Flugzeuge und eine Drohne in der Entwicklung
Derzeit besteht das Produktportfolio der Franzosen aus folgenden Fluggeräten:
- Integral R: zweisitziges EASA-zertifiziertes Spornradflugzeug für Kunstflug und Ausbildung (FAA-Zertifizierung in Arbeit) mit Lycoming AEIO-390 Motor
- Integral S: zweisitziger Trainer mit Bugrad und Lycoming IO-360/M1A Motor, die Zertifizierung bei EASA und FAA läuft derzeit
- Integral E: batterie-elektrisches Flugzeug mit Safran ENGINeUS Antrieb und Bugfahrwerk. Der E-Motor ist bereits EASA-zertifiziert, das Flugzeug selbst noch in der Entwicklung
- Era: 19-sitziges Regionalflugzeug mit Hybridantrieb und acht Safran ENGINeUS E-Motoren. Die Akkus können über zwei Kerosin-betriebene Generatoren im Flug nachgeladen werden. Die Generatoren sind zum Betrieb mit „grünem Kerosin“ (SAF) ausgelegt. Das Flugzeug befindet sich in der Entwicklung
- Enbata: Entwicklung einer unbemannten MALE-Drohne für die militärische und zivile Nutzung
Der Hersteller gab bekannt, dass für das Regionalflugzeug Era Kaufabsichtserklärungen für 700 Maschinen und feste Kaufzusagen für 20 Exemplare bestehen.
Neue Werke in Europa und den USA
Ein zentraler Baustein der Expansion ist der Bau neuer Produktionsstandorte. In Toulouse-Francazal entsteht eine Fabrik, deren Baugenehmigung bereits vorliegt. Parallel baut Aura Aero seine Präsenz in den USA aus: In Daytona Beach, Florida, steht ein 16 Hektar großes Gelände für die künftige Era-Produktion bereit. Bis in die 2030er-Jahre soll die Personalstärke global auf rund 1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansteigen – wovon 1000 Jobs in den USA entstehen sollen.
Damit wird aus einem ambitionierten Entwicklungsbetrieb ein ernstzunehmender Hersteller – mit globaler industrieller Basis. Oder, wie es Antoine Blin, Chief of Staff Aura Aero, ausdrückt: „Aura Aero setzt neue Maßstäbe. Finanzierung, feste Aufträge und Produktionsstätten sind nicht mehr nur Zukunftsvisionen, sondern bereits Realität.“

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.

