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Garmin Autoland bewährt sich erstmals im Ernstfall

Eine Beechcraft King Air führte im US-Bundesstaat Colorado erstmals eine vollautomatische Notlandung im realen Notfall durch.

Von Isabella Sauer
Nach Aktivierung von Autoland zeigt das Glascockpit einfache Anweisungen und Informationen.
Nach Aktivierung von Autoland zeigt das Glascockpit einfache Anweisungen und Informationen.

Zum ersten Mal hat das automatische Notlandesystem Garmin Autoland in einer realen Notsituation ein Flugzeug vollständig und ohne menschliches Zutun sicher zu Boden gebracht. Am 20. Dezember 2025 führte eine mit Autoland ausgestattete Beechcraft King Air 200 im US-Bundesstaat Colorado eine vollautomatische Notlandung am Rocky Mountain Metropolitan Airport (KBJC) durch. Garmin bestätigte inzwischen, dass es sich um die erste dokumentierte Aktivierung des Systems außerhalb eines Test- oder Demonstrationsbetriebs handelte.

Die zweimotorige Turboprop mit dem Kennzeichen N479BR war mit zwei Personen an Bord vom Flughafen Aspen gestartet und befand sich auf dem Weg nach Broomfield, als das System ausgelöst wurde. Über eine auf LiveATC.net veröffentlichte Funkaufzeichnung lässt sich der Ablauf des Vorfalls detailliert nachvollziehen:

Nachdem der Transpondercode 7700 gesetzt worden war, meldete sich eine synthetisch erzeugte Computerstimme bei der Flugsicherung. Sie informierte über die Handlungsunfähigkeit des Piloten und kündigte eine automatische Landung auf der Piste 30R in rund 19 Minuten an.

Garmin Autoland übernimmt Kommunikation mit der Flugsicherung

Während des gesamten Anflugs übernahm Autoland nicht nur die Flugsteuerung, sondern auch die Kommunikation mit der Flugsicherung. Der Tower des Rocky Mountain Metropolitan Airport räumte der King Air umgehend Vorrang ein. Das Flugzeug führte den Anflug selbstständig durch, setzte auf der Landebahn 30R auf, bremste bis zum Stillstand und schaltete anschließend automatisch beide Triebwerke ab.

Rettungskräfte standen vorsorglich bereit, mussten jedoch nicht eingreifen. Beide Insassen konnten das Flugzeug eigenständig verlassen. Entgegen erster Vermutungen war keine medizinische Behandlung erforderlich. Warum das System ausgelöst wurde, ist bislang nicht abschließend geklärt. Die FAA bestätigte den Vorfall und kündigte ebenso wie die NTSB eine Untersuchung an. Medienberichten zufolge könnte ein Druckproblem der Auslöser gewesen sein, offiziell bestätigt ist dies jedoch nicht.

Was Garmin Autoland leistet

Garmin hatte Autoland erstmals 2019 vorgestellt. Das System ist darauf ausgelegt, ein Flugzeug im Fall der Handlungsunfähigkeit des Piloten automatisch zu einem geeigneten Flugplatz zu steuern und dort sicher zu landen. Dabei berücksichtigt die Avionik unter anderem Wetterbedingungen, Wind, Gelände, Hindernisse, verfügbare Anflugverfahren, Pistenlängen sowie die verbleibende Treibstoffmenge.

Falls erforderlich, fliegt das System selbstständig Warteschleifen, um Höhe abzubauen oder den Anflug zu stabilisieren. Leistung, Klappen und Fahrwerk werden automatisch gesteuert. Parallel informiert Autoland sowohl die Flugsicherung als auch die Insassen an Bord kontinuierlich über den Ablauf des Notfalls und die geplante Landung.

Zunächst wurde Autoland für Muster wie die Piper M600, die TBM 960 und den Cirrus Vision Jet zugelassen. Seit 2024 ist das System auch für die Beechcraft King Air zertifiziert. Damit gehört die King Air zu den größten Flugzeugmustern, die bislang mit dieser Technologie ausgestattet werden können.

Das fliegermagazin hatte Autoland bereits frühzeitig begleitet und das System exklusiv erprobt. In Oshkosh konnte die Redaktion die Funktion an Bord eines Cirrus Vision Jet testen (damals noch in der Erprobung), zudem berichtete das Magazin ausführlich über die Integration in Garmins G3000- und G1000-NXi-Avionik.

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Über den Autor
Isabella Sauer

Isabella Sauer ist Jahrgang 1991, studierte in Bamberg Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat bei Auto Bild. Seit ihrer Jugend ist sie journalistisch tätig und arbeitete für große Verlagshäuser, darunter Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Print, Digital, Social Media - für Isabella hat jeder Inhalt das Potenzial, vielfältig aufbereitet zu werden. Und wie kam sie zum fliegermagazin? Das Thema Mobilität interessierte sie immer schon sehr. Ob Auto, Bahn, Camper, Airliner oder Fahrrad: Die Welt lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken. Nun geht es für Isabella Sauer in die Luft. Seit Mai 2025 hat sie eine Privatpilotenlizenz (PPL).

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