Garmin Autoland in mehr als 2.500 Flugzeugen
Garmins Notlandesystem erreicht eine neue Marke: Mehr als 2.500 Flugzeuge sind inzwischen damit ausgerüstet – viele ältere Muster sind nachrüstfähig.
Die Crew fällt aus, ein Passagier drückt den roten Knopf, das Flugzeug übernimmt den Rest. Was vor wenigen Jahren noch nach einer kühnen Idee klang, gehört inzwischen in mehr als 2.500 Flugzeugen zur Ausstattung. Diese Zahl meldet Garmin gut sechs Jahre nach der ersten Zulassung seines Notlandesystems Autoland. Die Technik ist nach Herstellerangaben für mehr als 15 Flugzeugmuster zugelassen. Ihr Einsatzgebiet reicht von einmotorigen Kolbenflugzeugen bis zu zweistrahligen Geschäftsreise-Jets. Runf 250 der so ausgerüsteten Maschinen erhielten Autoland erst nach ihrer Auslieferung.
Autoland ist für Situationen gedacht, in denen der Pilot seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Ein Passagier kann das System über einen Schalter aktivieren. Autoland kann sich auch automatisch einschalten, wenn es keine Interaktion des Piloten mehr erkennt. Anschließend berechnet das System den Flugweg zum am besten geeigneten Flughafen in Kursnähe. Dabei berücksichtigt es Gelände und Wetter, leitet einen stabilisierten Anflug ein und landet das Flugzeug ohne weitere Eingriffe von Pilot oder Passagieren.
Das System kann deutlich mehr als ein herkömmlicher Autopilot: Es steuert, navigiert und kommuniziert auf dem Weg zur Landung. Für Menschen an Bord, die selbst nicht fliegen können, entfällt die Aufgabe, das Flugzeug nach Anweisungen vom Boden zu steuern. Die Entscheidung für einen geeigneten Landeplatz und den Weg dorthin übernimmt die Technik.
Garmin G3000Autoland landet Luftfahrzeuge von der Einmot bis zum Jet
Die erste Zulassung erhielt Garmin Autoland im Mai 2020 in der Piper M600 SLS. Inzwischen umfasst die Liste unter anderem die Piper M700 Fury sowie die Daher TBM 940, Daher TBM 960 und Daher TBM 980. Hinzu kommen die Generationen G2, G2+ und G3 des Cirrus Vision Jets. Mit den Modellen Cirrus SR20 G7+, Cirrus SR22 G7+ und Cirrus SR22T G7+ erreicht das System auch die Klasse der einmotorigen Kolbenflugzeuge. Entscheidend ist allerdings die exakte Ausstattung des einzelnen Flugzeugs. Aus der Verfügbarkeit für eine bestimmte Modellgeneration folgt keine pauschale Nachrüstmöglichkeit für alle Flugzeuge dieser Baujahre.
In 2026 haben bisher vier weitere Muster die Autoland-Zulassung erhalten: HondaJet Elite II, Embraer Phenom 300EV, Pilatus PC-12 PRO und Epic E1000 AX. Mit HondaJet und Phenom unterstützt die Technik erstmals zweistrahlige Jets. Für 2027 erwartet Garmin weitere Zulassungen für die Cessna Citation M2 Gen3, Cessna Citation CJ3 Gen3 und Cessna Citation CJ4 Gen3 sowie in der Beechcraft Denali.
Auch ältere Muster können mit Autoland ausgestattet werden
Autoland ist in Verbindung mit den integrierten Garmin-Glascockpits G1000 NXi, G3000 und G3000 Prima verfügbar. Von den mehr als 2.500 mit Autoland ausgerüsteten Maschinen erhielten fast 250 das System erst nach der Erstauslieferung. Darunter befinden sind geeignete Flugzeuge, bei denen die Funktion zunächst nicht freigeschaltet worden war sowie umfangreiche Nachrüstungen – beispielsweise für Beechcraft King Air 200, B200, 300 und 350. Garmin betont, dass selbst über 50 Jahre alte Muster nachrüstfähig sein können.

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.

