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Mit dem eGenius elektrisch mehr als 1000 Kilometer

Jonas Lay und Klaus Ohlmann haben mit dem hybridelektrisch angetriebenen eGenius der Uni Stuttgart zwei Weltrekorde erflogen.

Von Peter Wolter
eGenius-Team
Genial: Der eGenius zeigt, was heute mit Elektroantrieb möglich ist. Links am Flugzeug Jonas Lay, rechts vom Rumpf Klaus Ohlmann. Foto: privat

Schnell und weit – nicht gerade das, was Elektroflugzeuge bisher auszeichnet. Anders der eGenius. Jonas Lay vom Institut für Flugzeugbau der Uni Stuttgart und Segelflug-Weltrekordpilot Klaus Ohlmann haben mit dem Motorsegler zwei Weltbestleistungen für elektrisch angetriebene Flugzeuge aufgestellt. Am 20. April flogen sie von Mengen aus eine Ziel-Rückkehr-Strecke über 502,7 Kilometer. Dabei erzielten sie in der Kategorie »Geschwindigkeit über 500 Kilometer« einen Schnitt von 207 km/h – die bis dahin gültige Rekordgeschwindigkeit betrug 93 km/h. Der Wendepunkt lag nahe der tschechischen Grenze. 

Am Folgetag gelang ihnen auf freier Strecke ein 1003,6-Kilometer-Flug. Nun gibt es gleich zwei weitere Weltrekorde. Die Route führte von Mengen zunächst in westliche Richtung nach Freiburg, anschließend auf Ostkurs am Alpenrand entlang nach Vilshofen und über Regensburg und Ulm zurück nach Mengen. Dabei waren Lay und Ohlmann 6:20 Stunden in der Luft. Der überbotene Streckenrekord lag bei 502,7 Kilometer, also der Hälfte, aufgestellt von der Vorgängerversion des e-Genius.

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Der Generator der eGenius läuft mit Diesel

Der Side-by-side-Doppelsitzer basiert auf einem modifizierten Rumpf des Pipistrel Taurus (UL-Motorsegler mit Klapptriebwerk) und dessen Tragfläche. Angetrieben wird der eGenius von einem permanenten Hybridantrieb, die elektrische Energie erzeugt ein Dieselgenerator von FlyEco. Der Dreizylinder stammt ursprünglich aus dem Kleinwagen Smart. Bei dem 1003,6-Kilometer-Flug wurde der Tank bis an den Rand gefüllt – mit 36 Liter Diesel. Am Ende war ein Liter übrig. Verbraucht wurden demnach 3,5 Liter auf 100 Kilometer. Beide Flüge liegen der FAI zur Anerkennung als Weltrekorde vor. 

Über den Autor
Peter Wolter

Peter Wolter kam vom Drachenfliegen zur motorisierten Luftfahrt und von der Soziologie zum Journalismus. Er steuert ULs sowie E-Klasse-Maschinen und hat sein eigenes UL (eine Tulak) gebaut.

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