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Shark-UL überfliegt den Nordpol
Jiří Pruša überflog mit einer Shark den Nordpol. Damit gelingt dem Hersteller die erste Nordpol-Mission mit einem Flugzeug der 600-Kilo-Klasse.
Der geografische Nordpol gilt als eines der anspruchsvollsten Ziele der Luftfahrt. Nun ist dem tschechischen Piloten und Luftfahrtjournalisten Jiří Pruša genau das gelungen – mit einer Shark des tschechischen Herstellers Shark Aero. Der Flug markiert nach Angaben des Unternehmens die erste erfolgreiche Nordpol-Mission eines modernen Ultraleicht – beziehungsweise LSA-Flugzeugs – der 600-Kilogramm-Klasse.
Am 4. Juli startete Jiří Pruša um 8.46 Uhr im norwegischen Longyearbyen auf Spitzbergen. Von dort führte die Route über das Nordpolarmeer direkt zum geografischen Nordpol. Den 82. Breitengrad überflog er um 10.35 Uhr, den Nordpol erreichte er schließlich um 13.51 Uhr.
Die Expedition hatte allerdings schon einige Tage zuvor begonnen. Am 28. Juni hob der Langstreckenpilot in Příbram in Tschechien ab und flog über Norwegen bis nach Alta. Von dort ging es auf einer 566 Nautische Meilen langen Etappe weiter nach Longyearbyen. Allein dieser Flug dauerte 4.13 Stunden. Gleichzeitig schrieb der Jiří Pruša bereits dort Geschichte: Er landete als erster Tscheche mit tschechischen Ultraleichtflugzeug auf Spitzbergen.






Gut vorbereitet in Richtung Nordpol
Für den eigentlichen Polarflug bereitete sich der Pilot intensiv vor. Dazu gehörten Schulungen zum Verhalten bei Begegnungen mit Eisbären sowie Trainings für Erste Hilfe, zum Überleben unter arktischen Bedingungen und zu Rettungsverfahren bei einer Notwasserung im Eis.
Auch das UL-Flugzeug erhielt umfangreiche Anpassungen. Im Werk von Shark Aero im slowakischen Senica wurde die Shark mit expeditionsspezifischer Ausrüstung versehen. Dazu gehört ein zusätzliches Kraftstoffsystem, Verbesserungen der Kühlung, die vorgeschriebene rote Rettungsmarkierungen für Polarflüge sowie die Integration eines Starlink-Systems. So konnte der Pilot per Satellitenverbindung permanent Kontakt zur Einsatzzentrale halten.
Über die Herausforderungen des Flugs sagte Jiří Pruša: „Wenn man über den Arktischen Ozean fliegt, darf man sich keine Fehler leisten. Alles muss perfekt vorbereitet sein – und dann vertraut man einfach dem Flugzeug und fliegt weiter.“
Über das Flugzeug
Für SharkAero ist die erfolgreiche Expedition ein wichtiger Beleg für die Leistungsfähigkeit des Musters. Die Shark ist ein zweisitziges Hochleistungs-UL in Tandemanordnung, das vollständig aus Karbon-Verbundwerkstoffen gefertigt wird. Karbon ermöglicht eine besonders leichte und gleichzeitig stabile Struktur.
Dadurch erreicht das UL-Flugzeug hohe Reisegeschwindigkeiten bei vergleichsweise geringem Kraftstoffverbrauch und großer Reichweite – Eigenschaften, die für einen Flug in die Arktis entscheidend sind. Das Luftfahrzeug hat in Deutschland eine UL-Zulassung mit 600 Kilogramm maximaler Abflugmasse. In den USA kann das Flugzeug auch in der LSA-Klasse oder nach MOSAIC zugelassen werden.

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.

