Turbulence Cancelling ab sofort in Österreich in der Shark zugelassen
Turbulenzen per Knopfdruck reduzieren: System von Turbulence Solutions erhält Zulassung für Shark. Erste Auslieferungen auch in Deutschland geplant.
Turbulenzen per Knopfdruck ausschalten, wer träumt an manch thermisch aktivem Flugtag nicht davon? Was bis vor ein paar Jahren noch wie Science Fiction klang, stand auf der AERO 2025 erstmals als Prototyp an einer Shark als Testträger installiert. Nun hat das Unternehmen mit dem passenden Namen Turbulence Solutions die Zulassung für sein System für die Shark in Österreich erhalten.
Doch zunächst kurz zur Funktionsweise: Als erstes wird die Landeklappe ausgetauscht. Sie behält die ursprüngliche Form und Funktion bei, wird allerdings entlang der langen Seite einmal mittig unterteilt und mittels kleiner Servomotoren differenziert ansteuerbar. Zwei Sensoren, die jeweils an einer Carbonlanze beidseitig unter den Tragflächen sitzen, messen die Turbulenzen. Ein Steuercomputer empfängt diese Signale, verarbeitet sie und leitet einen Reaktionsbefehl an die Servos weiter. Diese führen dann im richtigen Moment die errechnete „Gegenbewegung“ zur Turbulenz aus und verringern so spürbar den Effekt auf das Flugzeug.
Zwar lassen sich Turbulenzen abhängig von ihrer Stärke nicht vollständig eliminieren, aber ein erheblicher Anteil, der das Flugerlebnis auf jeden Fall komfortabler gestaltet.

Turbulence Cancelling: Wann kommt die Zulassung in Deutschland?
Die Zulassung in Deutschland wird noch in diesem Jahr erwartet. Das Unternehmen strebt auch die Zulassung nach CS-23 an, damit das System auch jenseits der UL-Sparte verbaut werden kann. Auch haben bereits weitere Hersteller Interesse am Turbulence Cancelling angemeldet, bereits in zwei, drei Jahren könnte der nächste Flugzeugtyp mit dem System zugelassen werden.
Preislich liegt das Turbulence Cancelling derzeit bei 27.000 Euro, entweder als Nachrüstkit inklusive Einbau oder bei werkseitiger Montage als Aufpreis auf den Grundpreis. Im Fall der Shark wäre das ein Gesamtpreis von etwa 300.000 Euro.
Bereits 12 Systeme wurden an Shark zum werkseitigen Einbau verkauft, die erste Auslieferung in Deutschland soll bis Ende des Jahres erfolgen. Und Turbulence Solutions denkt noch größer: Als nächstes ist eine Implementierung in eine Turboprop geplant und damit die Erforschung des Systems in großen Höhen und bei hohen Geschwindigkeiten.

Alexander Busch, Jahrgang 2002, studierte im bayerischen Eichstätt Journalistik mit Schwerpunkt Politik und Gesellschaft – Luftfahrt stand leider nicht zur Auswahl. Die schon seit der frühen Kindheit vorhandene Leidenschaft für die Fliegerei lebt der gebürtige Braunschweiger im Luftsportverein seiner Universitätsstadt aus. Dort begann er im Frühjahr 2021 mit dem Segelfliegen. Etwa ein Jahr später lag die Lizenz bereits im Briefkasten, es folgte die Umschulung auf Reisemotorsegler und anschließend die UL-Lizenz.



