Flug-Wochenende: Auf einen Kaffee nach Juist und Rendsburg
Bereits die ganze Woche über hatte ich immer wieder in die Flugwetter-App des Deutschen Wetterdienstes geschaut. Ein flugreiches Wochenende war geplant: Freitag und Sonntag sollte es für Isabella los gehen.
Eigentlich wollte ich am Freitag nach längerer Zeit mal wieder alleine unterwegs sein – mit meiner altbekannten D-ELOT. Doch morgens im Büro dachte ich: Frag doch mal deinen Kollegen Dirk. Ich war ein paar Wochen nicht geflogen – zu zweit fühlt es sich doch besser an.
Gesagt, getan. Um 15 Uhr standen wir am Flugplatz Uetersen: Sonnenschein, fünf Knoten Wind, Startbahn 27. Unser Plan: ein Kaffee in Rendsburg. Früher habe ich darüber geschmunzelt, wenn jemand »mal eben auf einen Kaffee« irgendwohin flog – inzwischen mache ich es selbst. Ein echtes Privileg.
Ein kurzer Moment der Unsicherheit
Der Blick auf die Elbe ist für mich immer wieder etwas Besonderes – nach der Winterpause noch mehr. Für Dirk war das Hamburger Umland aus der Luft ohnehin neu. Ich meldete mich bei FIS. Höhe Glückstadt kam ein Verkehrshinweis – auf Englisch. Ich reagierte zunächst nicht. »Meint die uns?«, fragte ich Dirk.
Mein Gehirn hatte sich schlicht nicht angesprochen gefühlt. Erst nach einem Moment antwortete ich – etwas zögerlich und auf Deutsch. Kurz darauf ging es einem anderen Piloten ähnlich. Auch er bekam auf seine deutsche Meldung eine englische Antwort und zögerte.
Isabella Sauer und Dirk OberlaenderSo startet das Flug-Wochenende
In Rendsburg-Schachtholm (EDXR) freute ich mich besonders auf die Platzrunde – mit dem Nord-Ostsee-Kanal als perfekter Orientierung. Landung auf der 03, und ich war mehr als zufrieden. Nach rund 45 Minuten saßen wir mit einem Kaffee in der Sonne.
Für Sonntag hatte ich einen größeren Flug geplant, gemeinsam mit meinem Fliegerfreund Nuno. Die Route: von Uetersen in die Hamburger Kontrollzone für etwas Sightseeing und dann weiter zu den Ostfriesischen Inseln. Ich gebe zu: In die Hamburger Kontrollzone fliege ich nicht regelmäßig ein. Genau deshalb wollten wir das gemeinsam üben – und das klappte auch gut.
Flug-Wochenende: CrewWarum aus Juist am Ende doch Wangerooge wurde
Allerdings kostete uns der Einflug mehr Zeit als gedacht. Mehrere Vollkreise über dem Pflichtmeldepunkt »Hotel« waren nötig, weil bei bestem Wetter entsprechend viel Verkehr unterwegs war. Als wir die Inseln schließlich in Sicht hatten, entschieden wir uns spontan um: Wangerooge statt Juist. Wir waren spät dran. Mit Garmin Pilot war die Umplanung schnell erledigt.
Auf »Wooge Radio« hörten wir, wie viel Betrieb herrschte. Bahn 09 und die Grasflächen voller Flugzeuge! Im Endanflug dann die Überraschung: Ein anderer Pilot kündigte an, zum Start auf die Bahn zu rollen – etwa eine Minute vor unserer Landung. Wir mussten letztlich durchstarten. Seine Begründung im Funk: eine vergessene Jacke. Das hinterließ bei mir ein ungutes Gefühl. Sicherheit und Rücksicht sollten immer an erster Stelle stehen.
Kontrollzone HamburgSo ging ein intensives Flug-Wochenende zu Ende
Trotzdem freuten wir uns, auf Wangerooge zu sein – auch wenn die Zeit knapp war. Meine erste Lehre stand da schon fest: Beim nächsten Mal früher starten! Und auch der Gedanke kam auf, wie schön es wäre, ein eigenes Flugzeug oder eine Haltergemeinschaft zu haben, um einfach bleiben zu können. Für uns reichte es nur für eine schnelle Cola.
Beim Rückflug war ich nicht ganz zufrieden mit mir. Ich war hektisch – die Zeit saß mir im Nacken. Kurz nach dem Abflug bemerkte ich, dass die ANR bei meinem Lightspeed-Headset nicht eingeschaltet war. Im Flug ließ sich das nicht mehr korrigieren, da sich das Kabel mit dem Sitz verheddert hatte. FIS verstand ich nur schlecht, also übernahm Nuno den Funk. Zurück in Uetersen erwartete uns eine wunderschöne Landung bei untergehender Sonne. Was für ein tolles Flug-Wochenende!

Isabella Sauer ist Jahrgang 1991, studierte in Bamberg Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat bei Auto Bild. Seit ihrer Jugend ist sie journalistisch tätig und arbeitete für große Verlagshäuser, darunter Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Print, Digital, Social Media - für Isabella hat jeder Inhalt das Potenzial, vielfältig aufbereitet zu werden. Und wie kam sie zum fliegermagazin? Das Thema Mobilität interessierte sie immer schon sehr. Ob Auto, Bahn, Camper, Airliner oder Fahrrad: Die Welt lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken. Nun geht es für Isabella Sauer in die Luft. Seit Mai 2025 hat sie eine Privatpilotenlizenz (PPL).

