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Pilots First Academy: Online-Lernplattform für angehende Piloten

Der Pilot Shop Eisenschmidt am Flugplatz Egelsbach hat eine Online-Lernplattform für Flugschüler entwickelt: die Pilots First Academy. Ina Coutandin, Geschäftsführerin von Eisenschmidt, erklärt das neue Tool im Interview.

Von Isabella Sauer Fliegermagazin bei Google bevorzugen
Ina Coutandin und Isabella Sauer
Lernen im Wandel: Ina Coutandin vom Pilot Shop Eisenschmidt (links) im Gespräch mit Online-Chefredakteurin Isabella Sauer über die Pilots First Academy und neue Wege in der Theorieausbildung. Bild: Hannah Brandt Ina Coutandin und Isabella Sauer

fliegermagazin: Für viele angehende Piloten ist die Theorie eine echte Herausforderung. Warum haben Sie die Pilots First Academy ins Leben gerufen?

Ina Coutandin: Wir sind als »Declared Training Organisation« (DTO) und reine Theorieflugschule zertifiziert und haben unsere erste Überprüfung durch das Regierungspräsidium erfolgreich bestanden. Die Idee zur digitalen Flugschule für PPL(A) und LAPL(A) entstand vor einigen Jahren, weil wir gemerkt haben: Viele Flugschüler möchten orts- und zeitunabhängig lernen. Nicht jeder hat eine Flugschule mit regelmäßigem Theorieunterricht in der Nähe. Deshalb haben wir ein webbasiertes E-Learning entwickelt, das flexibel nutzbar ist.

Was unterscheidet Ihr Angebot von anderen Online-Theoriekursen?

Uns war wichtig, dass die Inhalte aktuell sind und exakt den Vorgaben entsprechen. Grundlage ist der EASA-Syllabus mit neun Sachgebieten. Wir haben diese in zehn Module aufgeteilt und zum Beispiel Navigation und Funknavigation getrennt, damit die Themen übersichtlich bleiben und pädagogisch sinnvoll aufgebaut sind.

So funktioniert die Online Flugschule in der Praxis

Startseite von Pilots First AcademyStartseite von Pilots First Academy
Die Plattform: So sieht das Learning-Management- System (LMS) aus: Über das Cockpit haben Fluglehrer alles im Blick. Module können Flugschülern zugewiesen, Fortschritte eingesehen und offene Fragen über die Community beantwortet werden. Bild: Pilotshop Eisenschmidt

Wie läuft das konkret für Flugschüler ab – und welche Rolle spielt die Flugschule?

Der Zugang erfolgt über die Flugschule. Der Fluglehrer kann festlegen, mit welchem Modul begonnen und in welcher Reihenfolge gelernt wird. Jedes Sachgebiet ist in Kapitel mit klar definierten Lernzielen gegliedert. Es gibt Erklärtexte, Übungsaufgaben und prüfungsnahe Fragen. Die Mischung aus Theorie, Anwendung und Wiederholung ist uns wichtig.

Woher stammen die Fragen?

Wir orientieren uns am EASA-Syllabus und an den dort definierten Lernzielen. Alle prüfungsrelevanten Inhalte werden abgedeckt. Grundlage bilden die bei den Landesluftfahrtbehörden genutzten Fragenkataloge, was die Inhalte besonders prüfungsnah gestaltet.

Was passiert, wenn jemand beim Lernen nicht weiterkommt?

Es gibt eine Community-Funktion, über die sich Lernende austauschen können. Zusätzlich unterstützt unser Ausbildungsteam per E-Mail. Uns ist wichtig, dass niemand mit offenen Fragen allein bleibt. Können Flugschulen Inhalte anpassen? Nein. Die Inhalte sind standardisiert. Wir möchten eine gleichbleibend hohe Qualität sichern. Es soll nicht passieren, dass einzelne Themen ausgelassen oder verändert werden. Zusätzlich zur Plattform können Schulen natürlich weitere Unterlagen oder Präsenzunterricht nutzen.

Die Pilots First Academy ist immer auf dem neuesten Stand

Wie stellen Sie sicher, dass alles aktuell bleibt?

Bei manchen Fächern ändert sich wenig, bei anderen – etwa im Luftrecht – können Anpassungen notwendig werden. Dann reagieren wir entsprechend. Den EASA-Syllabus prüfen wir regelmäßig auf Aktualisierungen, nehmen aber auch Hinweise aus der Community auf.

Kann man die Pilots First Academy auch unabhängig von einer Flugschule nutzen?

Ja. Module können einzeln oder als Gesamtpaket gebucht werden. Trotzdem sehen wir uns nicht als Konkurrenz zur Flugschule, sondern als Ergänzung. Fluglehrer sind knapp, viele Schüler möchten möglichst viel Zeit im Cockpit verbringen. Digitale Theorie kann hier entlasten.

Was war Ihnen beim didaktischen Aufbau der Lernplattform besonders wichtig?

Theorie sollte nicht von der Praxis losgelöst sein. Natürlich gibt es Inhalte, die man auswendig lernen muss. Aber entscheidend ist der Praxisbezug: Was bedeutet zum Beispiel eine Cb-Wolke für meine Flugentscheidung? Genau diesen Transfer bauen wir ein. Dafür haben wir auch einen Didaktik-Experten ins Team geholt: jemand mit pädagogischem Hintergrund.

Lernen, nachvollziehen, planen

Screenshot eines KursesScreenshot eines Kurses
Die Grundkurse: Flugschüler lernen online alle für Prüfung und Praxis relevanten Inhalte. Jeder Kurs ist in kleine Abschnitte unterteilt, die je eine Lerneinheit bilden. Bild: Pilotshop Eisenschmidt

Sie haben mir am Tablet das Modul Navigation gezeigt. Was zeichnet die Umsetzung aus?

Navigation ist komplex und enthält viele Rechenaufgaben. Uns geht es nicht darum, für die Prüfung auswendig zu lernen, sondern Zusammenhänge zu verstehen – etwa beim Windeinfluss. Wir arbeiten mit animierten Grafiken. Am Ende jedes Kapitels stehen Testfragen. Wer falsch antwortet, bekommt eine zweite Chance, danach wird die Lösung angezeigt. Wir wollen motivieren, nicht frustrieren.

Und Fluglehrer können den Lernfortschritt beobachten?

Ja. Es gibt dafür eine eigene Ansicht – das sogenannte Cockpit. Dort sieht der Fluglehrer Lernfortschritte, kann Module zuweisen oder die Reihenfolge festlegen.

Mit welchen Kosten müssen Flugschulen und Flugschüler rechnen?

Ein Modul der Pilots First Academy kostet 179 Euro. Die Buchung ist einzeln oder als Gesamtpaket möglich. Der Kurs »Flugdurchführungsplan – VFR-Flüge sicher planen und durchführen« steht allen Nutzern außerdem kostenfrei zur Verfügung.

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Über den Autor
Isabella Sauer

Isabella Sauer ist Jahrgang 1991, studierte in Bamberg Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat bei Auto Bild. Seit ihrer Jugend ist sie journalistisch tätig und arbeitete für große Verlagshäuser, darunter Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Print, Digital, Social Media - für Isabella hat jeder Inhalt das Potenzial, vielfältig aufbereitet zu werden. Und wie kam sie zum fliegermagazin? Das Thema Mobilität interessierte sie immer schon sehr. Ob Auto, Bahn, Camper, Airliner oder Fahrrad: Die Welt lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken. Nun geht es für Isabella Sauer in die Luft. Seit Mai 2025 hat sie eine Privatpilotenlizenz (PPL).

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