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Lightspeed Zulu 4: Was kann das neue Headset?

Ein wenig unterhalb des höchsten Preissegments siedelt US-Hersteller Lightspeed sein neues ANR-Headset an. Das Zulu 4 hat, Premiere für Lightspeed, schwarze Ohrmuscheln – und spannende neue Features.

Von Isabella Sauer Fliegermagazin bei Google bevorzugen
Isabella mit dem neuen Lightspeed Zulu 4 Headset
Die Neuheiten in einem Bild: Gut zu erkennen ist, dass Lightspeed den Mikrofon-Arm verlängert hat. Online-Chefin Isabella Sauer braucht das nicht, aber auch bei größeren Köpfen reicht das Mikro nun bis vor den Mund. Die Frame- Fit-Ohrpolster an den schwarzen Ohrmuscheln sind oben weicher und schmiegen sich merklich besser um Brillenbügel. Bild: Thomas Borchert Isabella mit dem neuen Lightspeed Zulu 4 Headset

Farben sind Geschmackssache, ganz klar. Aber dass der US-amerikanische Headset-Hersteller Lightspeed bei dem neuesten Modell Zulu 4 von silbrig schimmernen Ohrmuscheln auf Schwarz gewechselt hat, scheint nachvollziehbar. Uns jedenfalls gefällt der neue Look. Ab in die Luft damit.

Die Farbe ist nicht die einzige Neuerung, die das Zulu 4 mitbringt. Schon beim Aufsetzen wird deutlich, dass Lightspeed den Mikrofon-Arm leicht verlängert hat. Online-Chefin Isabella Sauer braucht das nicht, aber bei Chefredakteur Thomas Borchert sitzt das Mikro nun nicht mehr vor dem Mundwinkel, sondern mittig vorm Mund. Das soll die Sprachverständlichkeit erheblich verbessern.

Lightspeed Zulu 4: Hört man Motorprobleme noch?

Beim Flug mit der Cessna 172 zeigt sich die bewährt hohe Qualität der aktiven Geräuschunterdrückung. Die Active Noise Reduction (ANR) funktioniert bekanntlich, in dem der Lärm mit Mikros am Headset aufgenommen wird und dann über die Lautsprecher ein Gegenschall abgestrahlt wird. Der »löscht« den Lärm weitgehend aus. Tatsächlich ist der Motorenlärm deutlich leiser, aber – diese Befürchtung hört man immer wieder – natürlich längst nicht so leise, dass man Motorprobleme nicht hören würde.


Wir können subjektiv keinen Unterschied zum Topmodel Delta Zulu feststellen, wohl aber zu der ANR mancher anderer Headsets im Cockpit. Der Tragekomfort ist sehr angenehm, die großen Ohrmuscheln geben den Ohren viel Platz. Neu sind die Polster, die nun FrameFit heißen. Sie sind im oberen Teil weicher, sodass Brillenbügel (auf Englisch Frames) besser umschlossen werden. Dadurch soll die Gefahr von »Lärmlecks« verringert werden, wenn die Polster nicht sauber abdichten.

Das Lightspeed Zulu 4 Headset im Alltagstest

Unser Test ist einfach: Wir schütteln mehr oder weniger energisch den Kopf und drehen ihn zur Seite. Manche ANR-Headsets entwickeln dabei Störgeräusche – eben aufgrund solcher Lärmlecks. Doch das Zulu 4 hält dicht, selbst bei den relativ massiven Brillenbügeln von Thomas Borchert. Das ist eine echte Verbesserung.

Das modernisierte Funkmodul des Zulu 4 beherrscht nun Dual Bluetooth. Das heißt: Es kann zugleich mit zwei Geräten verbunden werden. Am Boden nützt uns das: Vom Tablet-Computer hören wir die Audio-Warnungen der Navigations-App. Doch für einen Anruf bei AIS zum Öffnen des Flugplans schaltet das Headset automatisch ohne einen Knopfdruck aufs Handy um.

Delta Zulu 4 mit AnschlusskabelDelta Zulu 4 mit Anschlusskabel
Bewährt: Eine sehr gute Lightspeed-Spezialität ist das geflochtene und dadurch sehr flexible Anschlusskabel mit Kevlar-Verstärkung. Bild: Thomas Borchert

KI-gestützte Geräuschfilterung

Beim Telefonieren zeigt sich eine weitere Neuerung, die Lightspeed AINR nennt, also eine von Artificial Intelligence (AI) unterstützte Geräuschunterdrückung. Wohlgemerkt: Die wirkt nicht für den Träger des Headsets, aber auf Seiten des Angerufenen werden bei einem Bluetooth-Gespräch Hintergrundgeräusche sehr wirksam herausgefiltert. Unser Gesprächspartner jedenfalls kann beim Testanruf nicht erkennen, dass wir in einem Flugzeug mit laufendem Motor sitzen.

Bewährte Lightspeed-Features finden sich auch im Zulu 4, darunter das Kontrollmodul mit zwei AA-Batterien zur Stromversorgung oder das geflochtene Kabel mit Kevlar-Schutz. Uns gefällt immer wieder auch die sehr gute Musikqualität und die Tatsache, dass die (abschaltbare) Funktion ComPriority deren Lautstärke bei eingehenden Funksprüchen nicht auf Null reduziert, sondern um 80 Prozent. So stört die Musik nicht mehr, bleibt aber hörbar.

Das Lightspeed Zulu 4 Headset überzeugt

Eine solide Tasche gehört zum Lieferumfang des Zulu 4, das für knapp 1200 Euro angeboten wird. Es bietet aus unserer Sicht wesentliche Verbesserungen.

Die Lightspeed-Familie

Insgesamt vier ANR-Headsets unterschiedlicher Preis- und Funktionsklassen bietet der US-Hersteller

Sierra
Das Einsteiger-Modell bringt zu einem Preis von knapp 900 Euro bereits viele Funktionen der teureren Modelle mit. Das Sierra hat eine aktive Geräuschunterdrückung und Bluetooth-Funktionalität. Die Stromversorgung erfolgt über zwei AA-Batterien. Das Headset kann man »vertauscht« tragen, wenn das Mikro von rechts kommen soll. Es ist nur mit Klinkensteckern verfügbar.

Sierra HeadsetSierra Headset
Sierra Headset Bild: Thomas Borchert

Zulu 3
Das ANR-Headset Zulu 3 bleibt weiter im Programm und kostet nun knapp 1100 Euro. Die großen Ohrmuscheln garantieren, dass es keine Druckstellen an den Ohren gibt. Die Stromversorgung erfolgt über zwei AA-Batterien. Eine Bluetooth-Funktion ist integriert. Es gibt drei Steckervarianten.

Zulu 3 HeadsetZulu 3 Headset
Zulu 3 Headset Bild: Thomas Borchert

Delta Zulu
Das Topmodell Delta Zulu ist derzeit für etwa 1340 Euro zu haben. Das ANR-Headset mit Bluetooth-Funktion bietet einen integrierten Kohlenmonoxid-Sensor, der vor dem giftigen Gas warnt. Über eine Smartphone-App erlaubt ein Equalizer namens HearingEQity den Ausgleich von Hörschwächen. Ein Akku zur Stromversorgung wird mitgeliefert.

Delta Zulu HeadsetDelta Zulu Headset
Delta Zulu Headset Bild: Thomas Borchert

Text: Thomas Borchert & Isabella Sauer

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Über den Autor
Isabella Sauer

Isabella Sauer ist Jahrgang 1991, studierte in Bamberg Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat bei Auto Bild. Seit ihrer Jugend ist sie journalistisch tätig und arbeitete für große Verlagshäuser, darunter Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Print, Digital, Social Media - für Isabella hat jeder Inhalt das Potenzial, vielfältig aufbereitet zu werden. Und wie kam sie zum fliegermagazin? Das Thema Mobilität interessierte sie immer schon sehr. Ob Auto, Bahn, Camper, Airliner oder Fahrrad: Die Welt lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken. Nun geht es für Isabella Sauer in die Luft. Seit Mai 2025 hat sie eine Privatpilotenlizenz (PPL).

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