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Unser Praxis-Tipp: Air-to-Air-Frequenzen

Spätestens wenn zwei Flugzeuge nah beieinander fliegen, sollten Piloten per Funk miteinander kommunizieren können. Welche Frequenzen sind dafür geeignet?

Von Redaktion
Wenn zwei oder mehr Flugzeuge nah beieinander fliegen, sollten die Piloten per Funk miteinander sprechen.

Spätestens wenn zwei Flugzeuge so nah beieinander fliegen wie beim Fotoflug oben im Bild, sollten die Piloten per Funk miteinander kommunizieren können. Doch auch sonst ist es oft hilfreich, sich beim Fliegen in der Gruppe austauschen zu können – etwa, um sich bei längeren Streckenflügen über Wetter oder Verfahren austauschen zu können. Bei vielen Piloten herrscht aber leider Unkenntnis darüber, welche Frequenzen für diese Air-to-air-Kommunikation geeignet sind. Und das ändert die DFS leider auch immer mal wieder. Derzeit aktuell ist die NfL 1-1935-20.

Darin sind die zulässigen Funkkanäle exakt festgelegt. Für die „betriebliche Luft-Luft-Kommunikation“ gelten bundesweit die zwei Frequenzen 122.540 und 122.555 MHz. Die zuvor zusätzlich veröffentlichte Frequenz 130.430 MHz wird nicht mehr aufgeführt. Stattdessen werden zehn regionale Frequenzen eingerichtet, die jeweils in bestimmten Gebieten Deutschlands gelten. Die Karte unten ist in der NfL im Detail zu sehen. Alle genannten Frequenzen stehen Motorfliegern, Ballonfahrern, Segelfliegern, Fallschirmspringern und Flugschulbetrieben gleichermaßen zur Verfügung.

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Welche Frequenzen sind für die Air-to-air-Kommunikation geeignet?

Es versteht sich von selbst, dass man nicht einfach eine beliebige Frequenz zum Quatschen verwenden kann, nur weil dort gerade nichts los ist. Gerade auf längeren Flügen gerät man schnell in Reichweite eines Senders, der eben doch gerade diesen Kanal verwendet. Auch kann es möglich sein, dass man Nachbarkanäle stört. Schließlich werden immer öfter Daten auf ungenutzt scheinenden Frequenzen übertragen. Das hört man nicht, doch Sprechfunk stört die Übertragung. Die Frequenzen der NfL sind also die richtige Wahl.

Leider gelten sie nur in Deutschland – die meisten Staaten haben in ihren AIPs eigene Air-to-air-Frequenzen festgelegt. Viele ins Ausland reisende Piloten nutzen grenzüberschreitend die gut zu merkende 123.45 MHz. Tatsächlich sollten ICAO-Mitgliedsstaaten diese Frequenz freihalten, weil sie weltweit zur Air-to-Air-Kommunikation über einsamen Gegenden und Ozeanen gedacht ist.

So wird sie auch zum Beispiel über dem Nordatlantik genutzt. Doch Zentraleuropa als »einsame Gegend« einzustufen wäre sicher gewagt – die offiziell vorgesehenen Air-to-air-Frequenzen sind die bessere Wahl. 

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Keine langen Diskussionen auf den Air-to-air-Frequenzen

Man hört es oft anders, aber es sollte selbstverständlicher Grundsatz auch auf den Luft-Luft-Frequenzen sein: Fasse Dich kurz! Auch andere Piloten wollen kommunizieren – da ist kein Platz für ausschweifende Landschaftsbeschreibungen oder längliche Diskussionen darüber, wie man sich über einem Bodenmerkmal in der Luft finden könnte. Good Airmanship gebietet es, auch auf einer Quatsch-Frequenz genau das nicht zu tun: quatschen.

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