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AERO 2026: Alpi Aviation stellt Pioneer 800 Twin aus

Der italienische Hersteller zeigt eine spannende Zweimot mit Rotax 916iS als Experimental und strebt die MOSAIC-Zulassung an.

Von Dirk M. Oberländer Fliegermagazin bei Google bevorzugen
Die Pioneer 800 Twin auf der AERO 2026.
Die Pioneer 800 Twin auf der AERO 2026. Bild: Hannah Brand

Ein interessantes Projekt ist am Stand von Alpi Aviation (B3207) zu sehen. Die elegante Zweimot mit Einziehfahrwerk ist mit zwei Rotax 916iS mit je 160 PS Startleistung ausgestattet. Durch die geringe Leermasse von rund 735 Kilogramm dürfen üppige 615 Kilogramm zugeladen werden. Spannend ist die Konstruktion. Denn bei der tragenden Struktur bei Zelle und Flächen setzt der Hersteller auf Holz. Der natürliche Werkstoff wird am Rumpf mit einer Carbon-Schale versehen. Die Flächen sind mit GfK laminiert.

Die Flugleistungen lesen sich vielversprechend: Als Reisegeschwindigkeit bei 75 Prozent Leistung gibt der Hersteller 162 Knoten auf MSL und 200 Knoten auf FL 150 an. Die maximale Steigrate beträgt 1923 Fuß, die Stallgeschwindigkeit liegt clean bei 59 Knoten. Damit erfüllt die Pioneer 800 Twin die Vorgaben der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA für eine Zulassung nach den neuen MOSAIC-Vorschriften. Diese streben die Italiener auch an. In Europa soll das Flugzeug als Bausatz in der Experimental-Klasse zulassungsfähig werden. Nach der AERO 2026 wird die Flugerprobung starten.

Mehr Sicherheit durch Rettungssystem und Assistenz-Systeme

Der Demonstrator ist mit einem Gesamtrettungssystem ausgestattet. Bei der Avionik gibt es einen Mix aus Dynon HDX Touch und Garmin GTN Hardware. Dabei entlastet ein KI-basiertes digitales Co-Piloten-System den Piloten im Einmann- beziehungsweise Einfrau-Betrieb.

Kommen wir zum Preis: Als Fertigflugzeug startet die Pioneer 800 Twin bei 600.000 Euro netto. Für die Bausatz-Version hat Alpi Aviation noch keinen Preis veröffentlich. Der Hersteller weist darauf hin, dass Selbstbau-Kunden, die ihr Flugzeug am Werksstandort montieren, umfangreichen Support erhalten.

Beim Blick ins Cockpit bekamen wir vom Importeur eine kurze Einführung in den digitalen Co-Piloten. Das System nimmt Sprachbefehle entgegen und liefert auf Zuruf alle Checklisten und überprüft auch deren korrekte Abarbeitung. Außerdem lassen sich im Flug Funktionen wie Klappen setzen oder Landelicht einschalten per Spracheingabe aufrufen. Dabei checkt das System auch, ob die Betriebsgrenzen eingehalten werden. Bei „zu viel Speed“ ist das Ausfahren der Klappen nicht möglich. Auch Notverfahren aus dem Handbuch werden bei Bedarf vorgelesen. Wir sind gespannt, uns das System einmal im Detail anzusehen. Alpi Aviation steht auf der AERO am Stand: B3-207.

Technische Daten Pioneer 800 Twin

  • Motor: 2 x Rotax 916iS (je 160 PS Startleistung)
  • Propeller: VP 3-Blatt Karbon, Constant Speed
  • Spannweite: 9,80 m
  • Länge: 7,45 m
  • VReise (75 % @MSL): 162 Knots
  • VReise (75 % @FL 150): 200 Knots
  • VX: 70 Knoten
  • VY: 95 Knoten
  • Max. Steigrate: 1923 ft/min
  • VS1: 59 Knoten
  • Tankvolumen: 2 x 130 Liter
  • Gleitzahl: 13,5
  • Leergewicht: 735 Kg.
  • MTOM: 1.350 Kg
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Über den Autor
Dirk M. Oberländer

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.

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