E-Klasse auf der AERO 2026: Erstaunlich viele Neuheiten
Die Echo-Klasse bleibt ein zentraler Bestandteil der AERO 2026. Hersteller zeigen bewährte Reiseflugzeuge und neue Entwicklungen für Privatpiloten.
Wer denkt, bei den zertifizierten Flugzeugen tut sich nicht mehr viel, der wird auf der AERO 2026 eines Besseren belehrt. Interessanter Aspekt am Rande: Die volle EASA- oder FAA-Zulassung eines Kleinflugzeugs ist sehr aufwendig und teuer. Deshalb finden sich einige spannende Flugzeuge in dieser Kategorie als Bausatz oder Experimental.
So können sich Hersteller, die oft aus dem UL-Bereich kommen, auch an einem Viersitzer versuchen, ohne gleich den vollen Zulassungsaufwand zu haben. Gleich zwei solche Flugzeuge sind auf der Messe zu sehen. Sie werden vom Rotax 916iS angetrieben, was sie besonders sparsam und effizient im Betrieb macht.
Aerospool
Der slowakische Hersteller ist bekannt für schnelle Ultraleichtflugzeuge aus Faserverbundwerkstoffen wie zum Beispiel WT9 Dynamic. Er zeigt auf seinem Stand auch das viersitzige Muster WT10 Advantic. Der Kunststofftiefdecker mit Einziehfahrwerk ist als Bausatz erhältlich und für den Betrieb mit dem Turbomotor Rotax 916 iS (160 PS Startleistung) ausgelegt.
Flächen und Zelle verlassen vollständig gefertigt das Werk. In der Fast-Build-Version mit 49 Prozent Fertigungsgrad werden vom Erbauer laut Werksangaben nur rund 400 Stunden zur Montage benötigt. Das Flugzeug kann in der Echo-Klasse als Experimental zugelassen werden, die Selbstbauervereinigung OUV ist dafür zuständig. B3-201
Alpi Aviation
Die Italiener Alpi Aviation zeigen ebenfalls ein viersitziges Experimental zum Selbstbauen: die Pioneer 400. Der schnelle Tiefdecker in Holzbauweise wird vom Rotax 916iS motorisiert. Im Cockpit befindet sich das Garmin G3X Touch als Avionik. Außerdem ist ein Gesamtrettungssystem an Bord.
Alpi Aviation warb bereits auf der Aero 2022 mit der Pioneer Twin.Außerdem steht als echtes Highlight mit der Pioneer 800 Twin die erste Zweimot des Herstellers am Stand – mit zwei Rotax 916 iS als Antrieb. Sie wurde zuerst 2022 als Mock-up gezeigt, jetzt kommt das fertige Flugzeug. Als Avionik kommt in der Twin das Dynon SkyView HDX mit KI-Integration zum Einsatz. Alpi spricht dabei sogar von einem »digitalen Copiloten«. Die Pioneer 800 Twin bietet als erste Kolbenmotor-Twin überhaupt ebenfalls Gesamtrettungssystem. B3-207
Cirrus Aircraft
Schon 2025 zeigte Cirrus SR20 und SR22 in der Generation G7. Deren Glascockpit Perspective Touch wird mit berührungsempfindlichen Bildschirmen gesteuert. Doch Cirrus hat noch einen draufgelegt: Die G7+ ist das erste Kolbenmotor-Flugzeug überhaupt mit automatischem Notlandesystem: »Safe Return« kann die Maschine nach einem Ausfall des Piloten auf Knopfdruck sicher landen.
Cirrus Aircraft Die automatische Notlandefunktion Safe Return ist in der SR Series G7+ erstmals in einem Kolbenmotorflugzeug zu finden.Ebenfalls zu sehen ist die Generation G3+ des Vision Jet. Der Personal Jet hat nun Platz für sechs Erwachsene. A3-400
Diamond Aircraft
Brandneu und doch vertraut: Die Katana wird seit diesem Jahr wieder in Europa gefertigt. Der zweisitzige Kunststofftiefdecker aus Wiener Neustadt heißt DA20i und ist nun mit dem Rotax 912 iS (100 PS Startleistung) und Verstellpropeller ausgestattet. Im Cockpit ist das Garmin G500TXi mit Touchscreen verbaut. A4-120
Robin
Die finanziellen Schwierigkeiten des französischen Herstellers sind überwunden, es geht weiter mit dem beliebten und besonders leicht gebauten Knickflügler in Holzbauweise. Auf der Messe wird eine neue Motorisierung präsentiert: Mit dem Rotax 916 iS wird die DR401 noch effizienter. A4-405
Tecnam
Die Italiener zeigen die neue Generation (NG) ihres bewährten Schul-Hochdeckers P2008JC. Der Zweisitzer wird nun von einem Rotax 912iS angetrieben, ist voll nach CS23-Standard zugelassen und damit auch IFR-tauglich.
Die Tecnam P2008JC NG richtet sich an Flugschulen: Einspritzmotor, CS-23-Zulassung und überarbeitetes Cockpit für eine moderne Ausbildungsflotten.Tecnam bleibt bei der Hybrid-Bauweise: Tragflächen und Leitwerk sind aus Aluminium, der Rumpf dagegen aus Karbonfaser. Die Italiener haben für die Messe eine weitere Überraschung versprochen – Details sind dazu aber noch nicht bekannt A4-319
Text: Thomas Borchert, Dirk M. Oberländer, Isabella Sauer
Pilot Report: Pioneer 400

Isabella Sauer ist Jahrgang 1991, studierte in Bamberg Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat bei Auto Bild. Seit ihrer Jugend ist sie journalistisch tätig und arbeitete für große Verlagshäuser, darunter Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Print, Digital, Social Media - für Isabella hat jeder Inhalt das Potenzial, vielfältig aufbereitet zu werden. Und wie kam sie zum fliegermagazin? Das Thema Mobilität interessierte sie immer schon sehr. Ob Auto, Bahn, Camper, Airliner oder Fahrrad: Die Welt lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken. Nun geht es für Isabella Sauer in die Luft. Seit Mai 2025 hat sie eine Privatpilotenlizenz (PPL).



