Avionik Straubing: Drei Mitarbeiter übernehmen den Betrieb
Es ist einer der renommiertesten
Avionik-Betriebe in Deutschland: Avionik Straubing. Jetzt haben drei Mitarbeiter den Betrieb von der Gründer-Generation übernommen.
Der Satz hat Wucht: »Zusammen bringen wir drei als neue Inhaber 100 Jahre Berufserfahrung bei Avionik Straubing mit«, erklärt Josef Breu. Vor Kurzem hat sich der Wechsel vollzogen: Die früheren – und langjährigen – Mitarbeiter Martin Schleifl, Stefan Schönsteiner und Josef Breu sind die neuen Eigentümer von Avionik Straubing.
Übernommen haben sie die Geschäfte von Iris und Gunter Hemmel. Die beiden sind, das darf man so sagen, Urgesteine der deutschen Luftfahrtbranche. 1977 gründete Gunter Hemmel Avionik Straubing, ein Jahr später stieg seine Ehefrau mit ein.
Warum die Mitarbeiter selbst übernommen haben
Nun steht das neue Team vor der Aufgabe, zugleich die Tradition zu bewahren und in die Zukunft zu führen. Die Motivation der drei Neuen war einfach: Bevor irgendein Fremder das Unternehmen übernimmt, machen wir es lieber aus eigener Kraft selbst.
Als eine der wichtigsten Anlaufstellen für alle Fragen rund um Avionik ist der Betrieb seit Jahrzehnten in Deutschland bekannt. Die Lage direkt am Flugplatz Straubing (EDMS) in Niederbayern erlaubt es, Flugzeuge bis zur Größe eines Global-Express-Businessjets vor den Hangar zu fliegen. Doch das Spektrum der Kundschaft bei Avionik Straubing ist extrem breit gemischt.
Flugzeug steht vor dem BetriebWas macht Avionik Straubing besonders?
Kleine E-Klasse-Maschinen wie eine Cessna 172 finden sich ebenso wie Turboprops oder Jets, die kommerziell genutzt werden. Auch Hubschrauber sind regelmäßig zu Gast. Stets sind etwa zehn Flugzeuge im Hangar von Avionik Straubing in Arbeit, schätzt Josef Breu: etwa sechs für Avionik-Umrüstungen und -Einbauten, vier für Reparaturen.
»Wir sind ja viel mehr als ein einfacher LTB«, sagt Breu. Avionik Straubing hat die Genehmigungen als Produktions- und Entwicklungsbetrieb; etwa 70 Mitarbeitende kümmern sich um Bereiche der Avionik, die anderswo schon längst vergessen sind. »Wo es vom Hersteller erlaubt ist, tauschen wir selbst einzelne Elektronikbauteile auf den Platinen, anstatt gleich das ganze Modul oder gar das Gerät zu ersetzen«, erklärt Breu.
Zwischen Kurskreisel und Glascockpit
Eine Instrumentenwerkstatt kümmert sich um die Überholung mechanischer Instrumente, zum Beispiel Kurskreisel oder Künstlicher Horizonte. Dazu ist eine inzwischen sehr selten gewordene Rotorenwuchtmaschine erforderlich – bei Avionik Straubing steht natürlich eine.
Doch ein großer Teil der Arbeit entfällt inzwischen auf die Einrüstung von Glascockpits und digitaler Avionik. Was Reparaturen angeht, sind Probleme mit Autopiloten ein klassischer Fall. Die Bewältigung der vielen Vorschriften kostet inzwischen erheblich Zeit, etwa zur IT-Sicherheit oder zum Sicherheitsmanagement. Doch die drei neuen Eigentümer haben auch Pläne, was die weitere Entwicklung des Unternehmens angeht.
Hangar mir FlugzeugenSo soll Avionik Straubing weiter wachsen
Neben der Avionik soll vor allem das Angebotsspektrum im Bereich mechanischer Arbeiten ausgebaut werden. So können dann längere Standzeiten der Flugzeuge, etwa während eines Avionik-Upgrades, genutzt werden, um auch andere Arbeiten am Flugzeug vorzunehmen, erklärt Breu. Für die Zukunft gibt es also genug zu tun – auf der Basis von über 100 Jahren Erfahrung.

Thomas Borchert begann 1983 in Uetersen mit dem Segelfliegen. Es folgte eine Motorsegler-Lizenz und schließlich die PPL in den USA, die dann in Deutschland umgeschrieben wurde. 2006 kam die Instrumentenflugberechtigung hinzu. Der 1962 geborene Diplom-Physiker kam Anfang 2009 vom stern zum fliegermagazin. Er fliegt derzeit vor allem Chartermaschinen vom Typ Cirrus SR22T, am liebsten auf längeren Reisen und gerne auch in den USA.

