30 Jahre Lightspeed Aviation: Innovationen rund ums Headset
Der US-amerikanische Headset-Hersteller Lightspeed feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Er brachte seit der Gründung eine Fülle von Modellen mit stets innovativen Funktionen auf den Markt.
Alles begann – natürlich – auf dem AirVenture in Oshkosh. 1996 präsentierte die damals völlig unbekannte Firma Lightspeed aus Lake Oswego im US-Bundesstaat Oregon ein ANR-Headset namens 15K – zu einem unerhört günstigen Preis von etwa 400 US-Dollar.
Bereits sieben Jahre zuvor hatte Bose die Welt der Luftfahrt-Headsets mit dem ersten Kopfhörer mit ANR revolutioniert: »Active Noise Reduction«, also aktive Geräuschdämpfung – heute eine Selbstverständlichkeit. Bekanntlich nehmen dabei Mikros in den Ohrmuscheln den Umgebungslärm auf, kehren das Lärmsignal elektronisch um, strahlen es wieder aus und verringern so den Schallpegel. Wie schrieb damals ein amerikanischer Luftfahrtjournalist: »Wenn es um Komfort beim Fliegen geht, dann ist ANR die größte Erfindung seit dem Sitzkissen.«
Lightspeed 20 K
QFR-Modell
In-Ear-Headset
Das erste Zulu Headset von LightspeedWie aus einem Newcomer eine Erfolgsmarke wurde
Doch das Bose-Headset kostete schon damals 1000 US-Dollar – viel mehr als die zuvor üblichen Passiv-Headsets. Die Konkurrenz hatte sich teils an aktiven Modellen versucht, die aber ebenfalls eher hochpreisig waren und in Sachen Lärmreduzierung und Tragekomfort nicht an das Bose heranreichten.
Und nun dieser Newcomer: Bald attestierten Piloten und auch Luftfahrtmedien den Lightspeed-Modellen 15K und 20K, dass sie nah ans Bose heranreichten – für nicht einmal die Hälfte des Preises. So begann eine Erfolgsgeschichte. Von Anfang an hatten die Firmengründer, von denen Allan Schrader als Chef an die Öffentlichkeit trat, das Ziel, den Kunden möglichst viel Headset zu einem möglichst günstigen Preis zu bieten.
Was macht ein Lightspeed Headset so gut?
Lightspeed Headset Modell TangoDoch über die Jahre stieg auch der Preis der Lightspeed-Modelle langsam. Deshalb führte man 2001 eine besonders günstige Produktlinie ein, zu der auch ein passives Modell gehörte. Sie trug das Kürzel QFR – für »Quiet Flight Rules«. Während andere Hersteller über viele Jahre an einem ANR-Modell festhielten, gab es bei Lightspeed regelmäßig technische Neuerungen. Das war nicht immer von Erfolg gekennzeichnet.
So erschien 2005 das Mach 1, ein In-the-Ear-Headset mit ANR. Es hatte nicht den erwarteten Erfolg. Ebenso erging es dem Lightspeed Tango, 2016 das erste kabellose Luftfahrt-Headset. Wegen der in den Ohrmuscheln integrierten Batterien war es nicht ganz leicht, vielleicht trauten die Piloten der Funkverbindung auch nicht genug – das Tango verschwand wieder vom Markt.
Wie blieb Lightspeed auch nach 30 Jahren innovativ?
Delta Zulu2007 kam erstmals ein Produkt heraus, mit dem Lightspeed zwar ein wenig die Preisbrecher-Kategorie verließ, das aber eine neue Wertigkeit und Qualität in die Produkte der Firma brachte: das Zulu. Inzwischen gibt es mit dem Zulu 4 die vierte Generation – und der Vorgänger Zulu 3 ist in den USA immer noch für unter 1000 US-Dollar zu haben. Noch günstiger ist das aus dem Zulu abgeleitete Sierra.
Für das Zulu und das aktuelle Topmodell Delta Zulu hat sich ein geflochtenes Kevlar-Kabel durchgesetzt. Das Delta Zulu kann über eine App auf das Hörvermögen des Trägers optimiert werden, enthält einen CO-Monitor – Lightspeed bleibt seinem Ruf als Innovator also auch nach 30 Jahren treu.

Thomas Borchert begann 1983 in Uetersen mit dem Segelfliegen. Es folgte eine Motorsegler-Lizenz und schließlich die PPL in den USA, die dann in Deutschland umgeschrieben wurde. 2006 kam die Instrumentenflugberechtigung hinzu. Der 1962 geborene Diplom-Physiker kam Anfang 2009 vom stern zum fliegermagazin. Er fliegt derzeit vor allem Chartermaschinen vom Typ Cirrus SR22T, am liebsten auf längeren Reisen und gerne auch in den USA.

