NEWS

/

Nurflügler AK-X absolviert Erstflug

Die AK-X der Akaflieg am KIT absolvierte ihren Erstflug in Giebelstadt. Nun soll die Erprobung zeigen, was das leitwerkslose Konzept der Studierenden leistet.

Von Dirk M. Oberländer Fliegermagazin bei Google bevorzugen
Der erfolgreiche Erstflug der AK-X.
Der erfolgreiche Erstflug der AK-X.

Nach mehr als 15 Jahren Entwicklungs- und Bauzeit fliegt die AK-X: Das Nurflügel-Segelflugzeug der Akademischen Fliegergruppe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hob am 30. September 2026 erstmals vom Flugplatz Giebelstadt ab. Im Cockpit saß Testpilot Ingmar Mayerbuch, Leiter des Flugbetriebs der Abteilung für Flugexperimente beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Der erste Flug dauerte nach Angaben der Akaflieg rund eine Stunde. Mayerbuch prüfte dabei die Steuerbarkeit bei verschiedenen Geschwindigkeiten und führte Systemtests durch. Anschließend landete die AK-X sicher.

Damit ist ein erster Schritt getan – eine umfassende Bewertung der Flugeigenschaften und Leistungen steht noch aus. Das Nurflügel-Design soll Vorteile bei Aerodynamik und Flugleistungen bringen. Die Akaflieg will gemeinsam mit dem DLR schrittweise untersuchen, wie sich die Konstruktion in der Luft verhält. Angestrebt wird eine Einzelstückzulassung der AK-X beim Luftfahrt-Bundesamt.

Vom Hörsaal in die Platzrunde

Vor dem Erstflug fanden umfangreiche Boden- und Rollversuche statt. Nach Darstellung der Akaflieg schloß das Team die Vorbereitungen am Vortag ab. Für den Flug selbst nutzt es ein Wetterfenster mit guter Sicht und ruhiger Luft. In die Luft gelangte die AK-X per Flugzeugschlepp. Als Schleppflugzeug diente die fs35 der Akaflieg Stuttgart, die von einem 155 PS starken Continental Dieselmotor angetrieben wird.

Mehr als 100 Studierende arbeiten über die Projektlaufzeit an der Entwicklung und am Bau der AK-X mit – ehrenamtlich und neben ihrem Studium. Die lange Bauzeit bedeutet auch, dass mehrere Generationen den Entwurf weiterführen und ihr Wissen an die jeweils nachfolgenden Mitglieder übergeben.

Die ersten Ideen zum Nurflügler entstanden bereits in den 1990er-Jahren. Damals erforschten die Studierenden die Grundlangen an Modellflugzeugen. Anfang 2026 stellte die Akaflieg am KIT die AK-X der Öffentlichkeit vor. Rund 45 Studierende engagieren sich derzeit in der Fliegergruppe. Nach deren Angaben leistet jedes Mitglied neben dem Studium jährlich ehrenamtlich rund 300 Baustunden. Konstruktion, Fertigung und Erprobung vermitteln dabei praktische Erfahrungen, die über den Hörsaal hinausgehen.

LESEN SIE AUCH
FLARM-Kollisionswarner
Wissen

20 Jahre FLARM: Wie sich Kollisionswarner jetzt verändern

Über den Autor
Dirk M. Oberländer

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.

Schlagwörter