Rotax veröffentlicht Service Bulletin zu defekten Ventilgehäusen
Betroffen sind die Turbo-Triebwerke 915 iS und 916i S. Rissbildungen am Gehäuse eines Druckventils können dort Ölaustritt verursachen.
Kleines Bauteil, böser Defekt: Bei der Endkontrolle eines Turbomotors stellte Rotax Risse und zu dünne Wandstärken an einem Ventilgehäuse fest. Betroffen ist ein Bauteil, das durch Zulieferer gefertigt wird. Dabei handelt es sich um das Ventilgehäuse mit der Rotax-Teilenr. 956492.
Das entsprechende Bauteil ist in den Rotax-Turbomotoren vom Typ 915 iS und 916 iS verbaut. Bei Rissbildung kann Öl aus dem Turbolader austreten und auf die Abgasanlage tropfen.
Der österreichische Hersteller hat deshalb ein Service Bulletin (ASB-2026-002) veröffentlicht. Die Anweisung verlangt den Austausch des Ventilgehäuses vor dem nächsten Flug. Betroffen sind sowohl bereits in Flugzeugen verbaute Motoren, als auch Motoren, die vom Werk bereits ausgeliefert wurden aber noch nicht verbaut sind.
So sieht der neue Rotax 916 iS aus.
Diese Rotax-Turbomotoren müssen geprüft werden
- Betroffen ist das Turbolader-Ventilgehäuse (Teilenr. 956492) an Rotax 915 iS und 916i iS Motoren.
- Betroffen sind Motoren, deren Seriennummer in Kapitel 4.1 des Service Bulletins gelistet sind, sowie als Ersatzteil gelieferte Turbolader-Baugruppen (Teilenr. 893102), deren Seriennummer in Kapitel 4.2 des Service Bulletins vermerkt ist.
- Erster Schritt laut Anleitung: Das Motorlogbuch prüfen – bei bereits durchgeführter Wartung könnte das Ventilgehäuse bereits getauscht worden sein.
Wann muss geprüft werden?
- Bei eingelagerten Motoren/Ersatzteilen: vor Auslieferung
- Bei nicht eingebauten Motoren/Ersatzteilen: vor dem Ersteinbau
- Bei bereits eingebauten, betroffenen Motoren: Austausch vor dem nächsten Flug, spätestens jedoch innerhalb eines Jahres ab Erstausgabe (03. September 2026) des Service Bulletins
- Ausdrückliche Warnung: Nichteinhaltung kann zu Motorschäden, Personenschäden oder Tod führen.
Rotax verweist im Service Bulletin darauf, dass es für Wartungsbetriebe mit iRMT-Zertifizierung (Independent Rotax Maintenance Technician) eine Zeitgutschrift für die Reparaturarbeiten gibt. Über Preise und Verfügbarkeiten des benötigten Ersatzteils informieren die autorisierten Rotax-Vertriebspartner.

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.


