Tecnam-Wrack aus dem Attersee geborgen – Ermittlungen laufen weiter
Nach tagelangem Ringen mit Wetter und Wassertiefe ist das Wrack der verunglückten Tecnam aus dem Attersee geborgen.
Fünf Tage nach dem tödlichen Absturz einer Tecnam P2002JF Sierra im Attersee ist das Wrack des Flugzeugs geborgen worden. Spezialtaucher holten die Maschine am Montag, den 1. September, im Auftrag der Staatsanwaltschaft aus rund 162 Metern Tiefe. Die Ursache des Absturzes vom 26. August, bei dem ein Fluglehrer und seine Flugschülerin ums Leben kamen, ist unklar und wird untersucht.
Mehrere Bergeversuche scheiterten zunächst
Bereits am Mittwochabend, wenige Stunden nach dem Absturz, hatten Einsatzkräfte der Wasserrettung Salzburg das Wrack mittels Sonar und Unterwasserkamera geortet. Die eigentliche Bergung gestaltete sich jedoch deutlich schwieriger als erwartet: Ein für Donnerstag angedachter Versuch ließ sich zeitlich nicht mehr umsetzen, für Freitag sagten Meteorologen extrem instabiles Wetter mit Gewittergefahr voraus. In der Nacht auf Samstag musste ein weiterer Anlauf, bei dem Bergeleinen am Wrack befestigt werden sollten, wegen hohen Wellengangs abgebrochen werden.
Am Montagmorgen kamen schließlich Spezialtaucher zum Einsatz, nachdem vorherige Versuche mit Tauchroboter und Bergeleinen in der Vorwoche nicht zum Erfolg geführt hatten. Den Tauchern gelang es, das Wrack in der extremen Tiefe zu sichern, zusätzlich unterstützten in rund zehn Metern Tiefe angebrachte Hebeballons den Auftrieb. Anschließend wurde die Maschine kontrolliert an die Oberfläche gezogen und mit einem Feuerwehrkran auf die Seeleitenstraße (B152) gehoben.
Sichtbare Schäden am Wrack
Nach der Bergung äußerte sich Thomas Manahl, Einsatzleiter des Tauchdienstes, gegenüber dem ORF Oberösterreich zum Zustand des Wracks: Das Heck sei abgeknickt, ebenso mindestens eine Tragfläche. Bereits bei der ersten Ortung des Wracks hatten Rettungskräfte im Umfeld verstreute Bauteile gefunden – ein Hinweis auf die Wucht des Aufpralls.
Bei den beiden Insassen handelt es sich nach inzwischen übereinstimmenden Berichten um einen 24-jährigen Fluglehrer und seine 19-jährige Flugschülerin, beide deutsche Staatsangehörige. Frühere Meldungen hatten teils abweichende Altersangaben genannt. Die Polizei hat sich inzwischen auf diese Werte festgelegt.
Ermittlungen: Trudeln als eine mögliche Spur
Zur Unfallursache gibt es weiterhin keine offizielle Bestätigung. Zeugen hatten unmittelbar nach dem Absturz übereinstimmend von einem Trudeln der Maschine berichtet, teils ergänzt um die Beobachtung eines möglichen Motoraussetzers kurz vor dem Absturz.
Solche Zeugenbeobachtungen können erste Anhaltspunkte liefern, ersetzen jedoch keine technische Untersuchung. Mit der erfolgten Bergung ist nun der technische Teil der Ermittlungen möglich: Das Landeskriminalamt hat die weitere Untersuchung des Wracks im Auftrag der Staatsanwaltschaft übernommen. Ein offizieller Untersuchungsbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) steht weiterhin aus.


