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Elixir Aircraft baut Trainer-Flotte aus
Der französische Hersteller erweitert seine Produktpalette für Flugschulen und plant außerdem ein Turbinen-Programm.
Auf dem AirVenture in Oshkosh präsentiert der französische Hersteller die neue Elixir+-Familie mit den Varianten Essential, Expert und Elite. Außerdem gibt der Hersteller Einblicke in seine Entwicklungsprogramme Elixir Turbine und Equinox. Potenzielle Kunden erhalten so einen ersten Einblick in die kommende Mustergeneration.
Die neue Produktstrategie basiert auf der bereits nach EASA CS-23 bzw. FAA Part 23 zugelassenen Elixir-Plattform. Ziel ist es, Flugschulen für sämtliche Ausbildungsphasen vom ersten Soloflug bis zum Instrumentenflugtraining (IFR) eine einheitliche Flugzeugfamilie anzubieten. Rückenwind erhält das Unternehmen dabei durch eine kürzlich abgeschlossene Finanzierungsrunde über 50 Millionen US-Dollar, mit der das internationale Wachstum beschleunigt werden soll.
„Mit dieser Produktlinie schreiben wir ein neues Kapitel in der Geschichte von Elixir Aircraft. Wir bieten nun ein stimmiges, skalierbares Portfolio, das auf die Anforderungen professioneller Flugschulen zugeschnitten ist – von der Grundausbildung bis zum fortgeschrittenen IFR-Training. Gleichzeitig investieren wir mit den Programmen Elixir Turbine und Equinox in Technologien, die den künftigen Anforderungen des Marktes gerecht werden“, betont Arthur Léopold-Léger, Präsident und Mitgründer von Elixir Aircraft.
Drei Muster für kostengünstiges VFR- und IFR-Training
Herzstück der neuen Produktfamilie ist die Elixir+ Essential. Sie bietet unter anderem ein erhöhtes maximales Abfluggewicht von 700 Kilogramm, eine größere Nutzlast, eine optimierte Bugradkonstruktion sowie eine vergrößerte Spannweite mit neuen Winglets und aerodynamischen Verbesserungen.
Die Elixir+ Expert ist auf Flugschulen ausgerichtet, die Instrumentenflugausbildung anbieten. Das Muster verfügt über das neue Garmin Axis Glascockpit und ist für den IFR-Betrieb zugelassen.
An der Spitze der Baureihe steht die Elixir+ Elite. Sie bietet IFR-Ausstattung in Kombination mit dem 141 PS starken Rotax 915 iS-Turbomotor. Dadurch verbessert sich insbesondere die Steigleistung in großer Höhe und bei hohen Außentemperaturen. Gleichzeitig steigt die Reisegeschwindigkeit auf bis zu 158 Knoten bei 85 Prozent Leistung.
Allen Varianten gemeinsam ist die Karbon-One-Shot-Bauweise. Dabei besteht die Zelle aus nur neun Strukturbauteilen aus Kohlefaserverbundwerkstoff, die in einem Vorgang „gebacken werden“. Das vereinfacht Wartung und Reparaturen erheblich. Zur Sicherheitsausstattung gehören ein Gesamtrettungssystem, ein Anti-Trudel-System, ein crashsicherer Kraftstofftank sowie eine ermüdungsresistente CFK-Struktur. Nach Angaben des Herstellers liegen die Betriebskosten bei rund 50 US-Dollar pro Flugstunde, während die CO₂-Emissionen gegenüber älteren Schulflugzeugen um bis zu 70 Prozent sinken.
Turbinen-Version in Vorbereitung
Parallel zum Ausbau der Produktfamilie treibt Elixir die Entwicklung einer Turbinenversion voran. Einen Tag nach der Vorstellung der neuen Modellpalette kündigte das Unternehmen gemeinsam mit dem französischen Triebwerkshersteller Turbotech den Start des Industrieprogramms für die Elixir Turbine an. Grundlage ist ein Memorandum of Understanding, das die Integration des TP-R90-Turbinenantriebs sowie die Zertifizierung bei der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA und der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA umfasst. Die Turbinen-Versionen sollen ab 2030 angeboten werden.
Die Turbine soll mit einem Einhebel-Leistungssystem arbeiten, wie es aus Verkehrsflugzeugen bekannt ist. Das Triebwerk kann verschiedene Kraftstoffe einschließlich nachhaltig erzeugter Kraftstoffe (Sustainable Aviation Fuel/SAF) nutzen und zeichnet sich durch lange Wartungsintervalle sowie niedrige Betriebskosten aus.
Neuer Equinox in der Entwicklung
Mit dem ebenfalls angekündigten Equinox arbeitet Elixir außerdem an einem größeren Schulflugzeug auf Basis der Karbon-One-Shot-Technologie. Weitere Details will das Unternehmen in den kommenden Monaten bekannt geben. Konsequent wäre es, die Modellpalette um ein viersitziges Muster zu erweitern.

Dirk M. Oberländer, Jahrgang 1975, verbrachte seine Jugend beim Segelfliegen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Später folgte der Abschied vom Schieben und Umstieg zum Ultraleicht-Fliegen. Die zweite große Leidenschaft, das Schreiben, brachte Dirk zu Stadtmagazinen, Tageszeitungen, Kundenmedien und in die wunderbare Welt der Werbung. Immer mit einem Faible für Technik und die Menschen dahinter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis der studierte Kultur- und Medienmanager beim fliegermagazin landete. Am Boden ist Dirk bevorzugt mit Laufschuhen und Rad unterwegs – im Urlaub auch gern mal mit Zelt in Richtung Süden.


