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Neues Flugboot Seagull auf der Aero 2022 vorgestellt

In Friedrichshafen präsentiert Novotech das neue Flugboot Seagull. Ein Ultraleichtflugzeug, was wie ein Schiff im Hafen anlegen kann.

Von Peter Wolter
Novotech Seagull
Universell einsetzbar: Das neue Flugboot Seagull von Novotech. Es kann nicht nur Land und Wasser, sondern auch Boot. Es ist auf der Aero 2022 in Friedrichshafen zu sehen. Foto: Peter Wolter

„Es war immer mein Traum, so ein Flugzeug zu haben“, sagt Professore Leonardo Lecce und weist auf das neue Flugboot Seagull, ein Amphibienflugboot von Novotech. Die Firma war 1992 als Spin-off des Fachbereichs Luftfahrttechnik der Universität von Neapel entstanden, Lecce ist ihr Geschäftsführer.

Der Italiener wollte ein Flugzeug, das sowohl auf Land als auch auf Wasser starten und landen kann, was nichts Neues wäre, aber es sollte darüber hinaus wie ein Boot im Hafen anlegen können, ohne dass die Tragfläche dabei stört. Deshalb hat die Seagull Klappflügel.

Besonderheit: Das neue Flugboot Seagull hat Klappflügel

Aus der Flugkonfiguration bewegt ein elektrisches System die abgestrebten Flügel nach hinten und stellt sie dabei hochkannt. In Bootkonfiguration liegen sie parallel zum Rumpf, wobei die Flügelenden innerhalb des V-Leitwerks ruhen. Dadurch ist die Seagull als Boot nur drei Meter breit – schmal genug für einen gängigen Bootsliegeplatz.

Mit ihren vollen 10,5 Metern Spannweite wäre sie auf einen Liegeplatz für Wasserflugzeuge angewiesen, den es viel seltener gibt. Die Auslegung als Trimaran – der amphibische Rumpf hat zwei seitliche Schwimmkörper – verleiht dem Zweisitzer auf dem Wasser eine hohe Stabilität. 

Das italienische Unternehmen Novotech setzt auf dreierlei Antrieb

Das auf der AERO 2022 gezeigte Exemplar ist schon geschwommen, aber noch nicht geflogen. Ein weiterer Prototyp fliegt, bisher allerdings nur im Landbetrieb. Leer wiegt das neue Flugboot Seagull 450 Kilogramm, als Wasserflugzeug darf sie in der UL-Klasse ein Höchstabflugmasse von 650 Kilo haben. Novotech plant auch eine Zulassung in den USA als Light Sport Aircraft.

Angetrieben wird das bisher einzige fliegende Exemplar von einem Rotax 912 S mit 100 PS (Vergasermotor). Das Messe-Exponat hat einen Hybridantrieb, bei dem der Verbrennungsmotor mit einem EMRAX-Elektromotor gekoppelt ist. Langfristig soll auch eine vollelektrische Version entstehen. Bei der Bauweise hat sich der süditalienische Hersteller für einen Materialmix entschieden: Die Flügel bestehen aus Metall, die restliche Zelle ist aus CfK gefertigt. Angestrebte Performance: 120 Knoten Reisefluggeschwindigkeit, 250 Nautische Meilen Reichweite, 200 Meter Start- und Landerollstrecke auf Land.

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Über den Autor
Peter Wolter

Peter Wolter kam vom Drachenfliegen zur motorisierten Luftfahrt und von der Soziologie zum Journalismus. Er steuert ULs sowie E-Klasse-Maschinen und hat sein eigenes UL (eine Tulak) gebaut.

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