Continental erhält EASA-Zulassung für neuen CD-170R
Continental bringt mit dem CD-170R einen neuen Dieselmotor für Hubschrauber. Die EASA-Zulassung markiert den Einstieg in ein neues Segment.
Auf der AERO 2024 hatte Continental Aerospace Technologies den CD-170R erstmals angekündigt – jetzt folgt der nächste Schritt: Der speziell für Hubschrauber entwickelte Dieselmotor hat die Zulassung der EASA erhalten.
Damit bringt Continental erstmals einen Jet-A-betriebenen Kolbenmotor für Drehflügler auf den Markt.
CD-170R: Vom Projekt zur Zulassung
Der CD-170R basiert auf dem bekannten CD-170-Triebwerk, das ursprünglich für einmotorige Flugzeuge entwickelt wurde und der zum Beispiel in Tecnams P2010 fliegt. Der turbogeladene Vierzylinder leistet 170 PS und wird über ein FADEC-System gesteuert, das die Bedienung vereinfachen und den Kraftstoffverbrauch optimieren soll.
Für den Einsatz im Hubschrauber wurde der Motor angepasst: Anders als die Propellerversion kommt der CD-170R ohne eigenes Untersetzungsgetriebe aus, da er das Getriebe des Drehflüglers nutzt. Dadurch reduziert sich das Gewicht um rund 17 Kilogramm, was sich positiv auf das Leistungsgewicht auswirkt.
Im Reiseflug liegt der Verbrauch laut Hersteller bei rund 7,9 Gallonen Jet A1 pro Stunde. Die geplante Time Between Replacement (TBR) beträgt 1200 Stunden und soll mit zunehmender Betriebserfahrung weiter steigen.
„Die EASA-Zulassung des CD-170R ist ein wichtiger Schritt für uns“, sagt David Dörner, Vice President Global Research and Development bei Continental. „Der Motor erweitert unser Portfolio um eine speziell auf Hubschrauber zugeschnittene Lösung.“
Neue Option für Betreiber
Mit dem CD-170R erschließt Continental ein neues Segment. Bislang waren Jet-A-Kolbenmotoren vor allem in Flächenflugzeugen verbreitet.
Für Betreiber könnte der neue Motor vor allem durch den vergleichsweise niedrigen Verbrauch und die Nutzung des weltweit verfügbaren Kraftstoffs Jet A1 interessant sein. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie schnell sich solche Konzepte im Hubschraubermarkt etablieren.

Isabella Sauer ist Jahrgang 1991, studierte in Bamberg Kommunikationswissenschaft und absolvierte anschließend ein Volontariat bei Auto Bild. Seit ihrer Jugend ist sie journalistisch tätig und arbeitete für große Verlagshäuser, darunter Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Print, Digital, Social Media - für Isabella hat jeder Inhalt das Potenzial, vielfältig aufbereitet zu werden. Und wie kam sie zum fliegermagazin? Das Thema Mobilität interessierte sie immer schon sehr. Ob Auto, Bahn, Camper, Airliner oder Fahrrad: Die Welt lässt sich aus vielen Perspektiven entdecken. Nun geht es für Isabella Sauer in die Luft. Seit Mai 2025 hat sie eine Privatpilotenlizenz (PPL).



