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Die Aero-Highlights der Trag- und Hubschrauber

Auf der Messe sind nur wenige Trag- und Hubschrauber präsentiert worden. 
Dennoch: Technik und Design entwickeln sich weiter. Eine Übersicht.

Von Redaktion
Lamanna Helicopter
Der Escape hat eine Vorläufige Verkehrszulassung. Er soll leer 290 Kilogramm wiegen. Foto: Toni Ganzmann

Auf der Aero 2022 in Friedrichshafen sind im Vergleich zu früheren Jahren auffallend wenige neue Hubschrauber und Tragschrauber präsentiert worden. Und dennoch: Die Technik und das Design haben sich weiterentwickelt.

Das fliegermagazin gibt eine Übersicht über die Highlights bei den Trag- und Hubschraubern.

Neue Hubschrauber: Was ist auf der Aero 2022 zu entdecken

Lamanna Helicopter

Die in Padua beheimatete Firma, ehemals LCA, konnte ihren bis zur Flugreife gebrachten zweisitzigen UL-Hubschrauber nach dem Einstieg eines Investors weiterentwickeln. Der Escape hat nun eine Vorläufige Verkehrszulassung. Er soll leer nur 290 Kilogramm wiegen und könnte demnach 310 Kilo zuladen. Den Verbrauch des Rotax 915 iS beziffert der Hersteller auf 22 Litern pro Stunde, als Vne werden erstaunliche 130 Knoten (240 km/h) genannt. Verkaufspreis: 230 000 Euro netto.

Magni Gyro

Als Highlight des Messeauftritts inszenierte der italienische Hersteller die Enthüllung des ganz im Stillen entwickelten M-26. Es war ein ergreifender Moment, als Vittorio Magni, der 84-jährige Firmengründer, das ihm zu Ehren »Victor« genannte Muster erstmals zu sehen bekam. Der geschlossene Tandemsitzer soll nächstes Jahr mit 560 Kilogramm MTOM in Deutschland zugelassen werden. In Italien und Frankreich fliegt er bereits.

Aviation Artur Trendak

Aviation Artur TrendakAviation Artur TrendakFoto: Tony Ganzmann
Die neue, aus CfK gefertigte Version des geschlossenen Side-by-side-Sitzers ist seit Anfang 2022 in Deutschland musterzugelassen.

Einen Anhänger mit Spot-Beleuchtung, Lautsprecher und Displays brachte Deutschland-Vertreter Christoph Schermer zur AERO 2022. Darin präsentierte AAT werbewirksam den Tercel-C. Die neue, aus CfK gefertigte Version des geschlossenen Side-by-side-Sitzers ist seit Anfang 2022 in Deutschland musterzugelassen. Außerdem war die Feuerwehrversion zu sehen, die bereits im Überwachungseinsatz fliegt.

Tandemsitzer Calidus hat Blinker sowie Brems- und Rücklichter

AutoGyro

Den geschlossenen Tandemsitzer Calidus gibt’s jetzt in der Version »Gyromotion«, ausgestattet mit Blinkern sowie Brems- und Rücklichtern. In Tschechien hat der Tragschrauber damit auch eine Straßenzulassung. Nach der Landung auf einem Flugplatz und der Fixierung des Rotorsystems kann das Fluggerät mit Hilfe von Elektromotoren an den Rädern des Hauptfahrwerks knapp 40 Kilometer weit fahren. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 km/h. AutoGyro strebt eine deutsche Genehmigung an.

Jokertrike

JokertrikeJokertrikeFoto: Toni Ganzmann
Das erste Serien- exemplar des Nisus. Der Side-by-side-Sitzer fällt durch eine große, nach vorn öffnende Kanzel auf.

Der Hersteller aus der Nähe von Bratislava zeigte das erste Serien-exemplar seines Nisus. Der Side-by-side-Sitzer fällt durch eine große, nach vorn öffnende Kanzel auf, die das Ein- und Aussteigen selbst für Leute wie Jindřich Záhumenský leicht macht: Der Jokertrike-CEO misst zwei Meter. Für das sehr geräumige Cockpit gibt es spezielle Taschen, die hinter die Sitze passen. Ungewöhnlich sind auch die beiden Leitwerksträger, die mit dem Hauptfahrwerk eine Einheit bilden. 300 Erprobungsstunden hat der mit einem Rotax 915 iS motorisierte Nisus bereits hinter sich, in Kürze soll die tschechische Zulassung erteilt werden.

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HC-02: Elektrischer Zusatzantrieb schaltet sich automatisch zu

Hungarian SteelRiders

Diesmal konnten die Messebesucher den Zweisitzer HC-02 begutachten. Die Zelle besteht aus CfK, leer wiegt der HC-02 325 Kilogramm, zuladen kann er 225 Kilo. Auffallend ist die Form der Rotorblattspitzen, die den Lärm reduzieren und die Autorotationsfähigkeit verbessern soll. Außerdem verhindert eine Federmechanik im Rotorkopf, dass die Blätter nach unten durchhängen und möglicherweise jemanden verletzten. Innovativ ist der elektrische Zusatzantrieb, der sich automatisch zuschaltet, sobald die Rotordrehzahl einen kritischen Wert unterschreitet, zum Beispiel bei Autorotationslandungen. Johannes Ernst (www.ul-helicharter.com) wird sich um die deutsche Zulassung des HC-02 kümmern.

Konner

Die hauseigene TK-250 treibt alle Turbinenhubschrauber der Oberitaliener an. Sie leistet bis zu 250 PS. Der zweisitzige K1 mit seiner geräumigen Zelle steht kurz vor der deutschen Musterzulassung mit 600 Kilo MTOM. K2 heißt die längere Version, die wahlweise eine zweite Sitzreihe oder einen großen Frachtraum hat und von der EASA zugelassen werden soll. Der K3, der mit seinem einziehbaren Landewerk auch auf weichem Untergrund und Wasser starten und landen kann, wird noch erprobt. Alle Konner-Helis haben eine Zusatzeinrichtung, die bei einem kritischen Drehzahlabfall kurzzeitig die erforderliche Mindestdrehzahl aufrechterhält.

Text und Fotos: Toni Ganzmann

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