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Land voller Gegensätze: Mit der Piper Arrow nach Albanien

Albanien steht nicht gerade an erster Stelle, wenn es um Destinationen im südlichen Mittelmeerraum geht. Ein Münchner Privatpilot wagt den Trip nach Tirana – und wird mit Erlebnissen belohnt, die er so nicht erwartet hat.

Von Redaktion
Anflug auf Tirana
Beste Aussicht: Der Anflug auf Tirana führt direkt über die albanische Hauptstadt. Foto: Henrik Knoblauch

Die Rruga Doganes erinnert an die Straße einer deutschen Vorstadtgemeinde: Ein 40-km/h-Schild beschränkt das Tempo im Wohngebiet, durch das sie führt. Einen Fahrradweg gibt es, Parkbänke säumen den Weg. Und der Rasen links und rechts der Straße ist so kurz gestutzt, dass er sicherlich regelmäßige, wöchentliche Pflege erfährt. Ein Stück heile Welt, wie aus dem 3D-Drucker.

Die Straße entspricht nicht der Vorstellung, die wir noch vor ein paar Tagen von Albanien hatten. 400 Meter weiter sind wir in einer anderen Welt. Fehlende Pflastersteine und Kanaldeckel, auf dem Bahndamm sitzt in einiger Entfernung ein älterer Mann in blauem Anzug auf einem etwa zwei Quadratmeter großen Pappkarton und hütet mitten in der Wiese neben den Gleisen eine Kuh, die dort friedlich grast – Albanien ist ein Land voller Gegensätze.

Alternativlos: Nënë Tereza ist der einzige Airport of Entry in Albanien

Mein ehemaliger Fluglehrer Rudi hatte die Idee, nach einigen Kroatien-Trips mal etwas Neues zu probieren. Und weil wir auf unserer Suche nach Traumstränden am Mittelmeer immer wieder über Albanien stolperten, sollte das unser diesjähriges Ziel werden. Genauer gesagt die Hauptstadt Tirana, schon allein deshalb, weil ihr Flughafen Nënë Tereza (albanisch für „Mutter Theresa“) der einzige Airport of Entry für internationale Flüge ist.

Landung auf Nene TerezaLandung auf Nene Tereza
Geschafft! Bei der Landung auf „Nënë Tereza“ herrscht bestes Sichtflug-Wetter.

Für die Landung dort ist eine Einfluggenehmigung erforderlich, die für einen bloßen Überflug nicht notwendig wäre. Ich schreibe eine kurze Anfrage mit Bezug auf die vielen dafür notwendigen Dinge, die die AIP fordert, und der Frage, was denn nun tatsächlich alles für Erteilung der Permission benötigt werde. Die Antwort dazu kommt nach 95 Minuten. Eine Behörde, die in der Lage ist, zeitnah auf E-Mails zu antworten. Die innerhalb von 24 Stunden eine Einfluggenehmigung erteilt. Und das in Europa! Damit sind alle Zweifel ausgeräumt – wir müssen nach Albanien!

Seltenheit in Europa: Wir erhalten in Albanien Einfluggenehmigung innerhalb von 24 Stunden

An einem Freitag geht es los. Der am Vorabend bereits aufgegebene Flugplan führt uns von Oberschleißheim bei München (EDNX) nach Portoroz (LJPZ). Das reicht uns für den Anfang, die Folgepläne machen wir unterwegs. Bei besten Sichtflugbedingungen steigen wir auf 10 000 Fuß und genießen das Alpenpanorama während der folgenden 100 Meilen. Die Maschine fühlt sich dank der noch wenig sommerlichen Temperaturen recht wohl in ihrer Höhe und quittiert das mit einer TAS von 140 Knoten.

Unterwegs mit dem Ex-FluglehrerUnterwegs mit dem Ex-Fluglehrer
Unterwegs mit dem Ex-Fluglehrer: Rudi (rechts) begleitet Henrik und seine Familie regelmäßig auf den Urlaubstouren.

Portoroz schickt uns für die Landung auf auf die 33, also muss von der Landseite angeflogen werden. Der Anflug ist nichts für schwache Nerven, das bereits ausgefahrene Fahrwerk radiert im kurzen Endanflug zur „33“ in gefühlter „Dachträgerhöhe“ über die davor kreuzenden Autobahn. Wer hier klein beigibt und die Maschine wieder etwas hochzieht, bekommt anschließend einen stabilen Anflug nicht mehr hin. Für uns ist Portoroz aber nur ein Zweckstop, eine „technische Landung“ eben. Rudi ordert den Tankwagen, während ich bereits dabei bin, den nächsten Flugplan aufzugeben.

VFR-Routen: In Kroatien fliegen wir die ADRIA 1 entlang

Das folgende Leg nach Dubrovnik ist 300 Nautische Meilen lang, die Route geht über Pula nach Mali Losinj. Wir liegen im Zeitplan. Während sich die Paxe – hinten sitzen meine Frau und unsere Tochter – viel lieber mit dem On Board Entertainment oder dem Schreiben von WhatsApp-Nacchrichten beschäftigen statt rauszugucken, steigen wir gleich in die ADRIA 1 ein. Das ist eine von mehreren VFR-Routen, die in Kroatien vorgegeben sind. Mit bester Aussicht auf die Inselwelt. Trotzdem darf man sich von der VFR-Route nicht täuschen lassen. Der kontrollierte Luftraum in Form von D oder C beginnt in Kroatien schon bei 1000 Fuß. Somit bedarf es auch beim Abfliegen der Route einer Freigabe, was aber alles völlig unbürokratisch erledigt wird.

DubrovnikDubrovnik
Viel Platz: Der Job des Einweisers in Dubrovnik ist wenig anspruchsvoll.

Etwa zehn Nautische Meilen hinter uns reiht sich eine 737 im Sichtanflug auf Dubrovnik ein. Mit unserem Angebot für einen High-Speed-Approach bleiben wir die Nummer eins in der Sequenz. Das Vorfeld ist mit Airlinern aus ganz Europa gut bestückt; wir leisten einer kroatischen Cessna 172 im südlichen Teil des Vorfelds Gesellschaft. Der Fahrer des Shuttle-Busses kann es gar nicht fassen, dass wir Dubrovnik gegen einen Weiterflug nach Albanien tauschen wollen. Zumindest beglückwünscht er uns, dass wir die Strecke nicht mit dem Auto fahren müssen.

Flug nach Tirana: Ohne Permissionsnummer wird der Einflug abgelehnt

Beim nächsten Flugplan – nach Tirana – gibt es eine Besonderheit: unsere Permissionsnummer. Denn die muss noch als RMK/-Eintrag im Feld 18 genannt werden, sonst lehnt die Flugsicherung unseren Flugplan ab. AIS fragt noch mal nach: „Wollen Sie sicher dorthin?“ – und zählt erneut die Annehmlichkeiten auf, die wir in Dubrovnik hätten. Aber wir wollen weiter.

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Eigentlich haben wir ein Direct nach PETAK geplant, zu einem Wegpunkt an der Grenze, um hier etwas Zeit zu sparen. Der Lotse schickt uns jetzt aber an der Küste entlang. Wir protestieren nicht, und so haben wir die Möglichkeit für den einen oder anderen Blick auf die stark zerklüfteten Gebirge Montenegros. Obwohl es sich um eine VFR-Strecke handelt, brauchen wir bei jedem Kurswechsel eine Freigabe. Das liegt daran, dass auch an der Küste Montenegros der Luftraum C bis auf 1500 Fuß hinabreicht. Freigaben gibt es für jedes Streckensegment einzeln, aber nicht für die gesamte Route. Nachdem aber kaum etwas los ist, bekommen wir jede Sight-Seeing-Diversion genehmigt.

Tirana Approach: Es gibt keine Freigabe für die Höhe

„Tirana Approach good afternoon, D-EBIF approaching PETAK 4000 feet with information Bravo for landing.“ Tirana weist uns an, „irgendwo im Nordwesten“ in die Kontrollzone einzufliegen, eine Freigabe für die Höhe gibt es nicht. Weil unser Ziel fast auf Meereshöhe liegt, sinken wir nach Ankündigung auf gemütliche 1500 Fuß und fliegen erstmal die Küste entlang. Rudi tippt noch die Wegpunkte in das GPS. Nicht weil wir die wirklich brauchen. Aber damit sind wir in der Lage, eindeutigere Positionsmeldungen absetzen zu können, falls das überhaupt noch jemand wissen will.

DurresDurres
Badeort Durres: Das Restaurant Ventus ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und bietet einen Blick über den Pier.

Der Überflug der bekannten Strandpromenade von Durres ist eine Enttäuschung. Mag sein, dass es an der noch nicht begonnenen Saison liegt, aber dort unten ist absolut nichts los. Und irgendwie sieht alles unordentlich aus. Tirana Tower lädt uns in den Gegenanflug für die Piste 35 ein.

Gegenanflug verlängern: Eine 737 hat Vorang

Obwohl wir wirklich in Nähe der Schwelle sind, traut sich der Lotse nicht so recht, uns runter zu lassen. Der Grund ist eine „737“ im Anflug, die es sich gerade auf dem Outbound Radial für den VOR/DME Approach auf die „35“ gemütlich gemacht hat. Der Lotse will, dass wir unseren Gegenanflug verlängern, also fliegen wir weiter geradeaus, jetzt in Richtung Griechenland.

Die nächsten fünf Minuten passiert an der Schwelle erstmal nichts. Wir fliegen in niedriger Höhe in Richtung Süden und haben Gelegenheit, Tirana und dessen Umland schon mal aus der Luft zu besichtigen. Immerhin eine knappe halbe Million Einwohner bevölkern die Hauptstadt Albaniens. Einige Hügel liegen in unserem Flugweg, Rudi hält sich eisern an die Clearance und somit an Kurs und Höhe. Beim Näherkommen stellen wir fest, dass der Höhenzug scheinbar auch die Heimat der zentralen LTE-Senderkette sein muss. Ein gewaltiges Meer an Antennen in allen Formen und Größen ziert die Hänge vor uns. Ich versuche Rudi nun doch zu einem drei Grad östlicheren Kurs zu überreden. Praktischerweise kommt gerade in diesem Moment unsere Landefreigabe, und wir drehen mit ordentlicher Querneigung in Richtung Final 35.

Fortschrittlich: Das LTE-Netz is in Albanien sehr gut ausgebaut

Im Vorfeldbus erreichen wir das Gate und eine sehr freundliche Grenzbeamtin entlässt uns nach kurzer Passkontrolle mit einem Lächeln: „Welcome to Albania.“ Wir sind angekommen. Tirana fasziniert uns. Wer hier ein entwicklungsbedürftiges Land erwartet, täuscht sich in mancher Hinsicht. Das LTE-Netz gehört zu den fortschrittlichsten der Welt, viel besser ausgebaut als das in Deutschland. Die Parkgebühr fürs Auto wird überall per App entrichtet, QR-Codes an den Straßenlaternen erklären, wie’s geht.

LichtspieleLichtspiele
Lichtspiele: Beleuchtete Springbrunnen tauchen die Stadt nachts in ein buntes Farbenmeer.

Sofort ins Auge fallen die Ampelanlagen, die hier mit zusätzlichen LED-Streifen an allen Außenflächen in eine komplette Lichtspielanlage verwandelt werden. Doch daran halten sich die wenigsten: In Tirana wird auf Kontakt gefahren. Da knacken die Außenspiegel, da versucht jemand, unseren Bus aus seinem geöffneten Autofenster mit einem Klopfen gegen das Blech zur Seite zu drücken. Aber – auch wenn man das für einen Widerspruch halten mag – alle sind dabei trotzdem entspannt und gelassen.

Kurios: Albanien besitzt nur ein 400 km Langes Schienennetz

Und noch so ein Kuriosum: Während in vielen Ländern der Schienenverkehr ein wichtiges Verkehrsmittel darstellt, kann Albanien auf ein gerade noch etwa 400 Kilometer langes Schienennetz zurückgreifen. Mangelnde Finanzen, Vandalismus und nicht zuletzt der Diebstahl des Gleismaterials haben das Land in den neunziger Jahren in die eisenbahntechnische Steinzeit zurückgeworfen.

Eine der wenigen Strecken, die im Moment noch befahren wird, führt 36 Kilometer weit von Tirana nach Durres. Weil es schon länger keinen Nachschub mehr an Technologie und Fahrzeugen gab, verkehren Züge aus einer Epoche, die allenfalls unsere Großeltern noch erlebt haben.

Skanderbeg-Platz: das Zentrum Tiranas ist komplett autofrei

Seit einigen Jahren komplett autofrei ist dagegen der Skanderbeg-Platz. Das politische und kulturelle Zentrum Tiranas umringt eine Vielzahl öffentlicher Gebäude. Dazu zählen neben der Oper ein Puppenspieltheater, das Nationalmuseum, die Et’hem-Bey-Moschee und das in die Jahre gekommene Vier-Sterne Hotel Tirana International.

StadtzentrumStadtzentrum
Zentrum der Stadt: Der Skanderbeg-Platz ist eine verkehrsberuhigte Flaniermeile mit 100 000 Quadratmetern.

Der Platz wurde unter Bürgermeister Erion Veliaj als Flaniermeile gestaltet. Seit rund einem Jahr laden an vielen Stellen Sitzgelegenheiten, Wasserspiele und Bäume zum Verweilen ein. Das gilt auch für die zwölf Gärten, die sich wie ein grüner Rahmen um den Platz gruppieren. Die unterschiedlich gefärbten Steinplatten im Bo- den entstammen übrigens nicht der Resterampe eines örtlichen Steinbruchs. Sie wurden bewusst aus allen Teilen des Lands gesammelt und symbolisieren die Einheit Albaniens.

Saubere Stadt: Trotz teils baufälliger Gebäude ist Tirana aufgeräumt

Aber wir erleben auch Gegenden, die schon eher unseren ursprünglichen Erwartungen an das Land entsprechen: Bunte Wohnhäuser wechseln sich mit teils verkommenen, teils noch im ewigen Bau befindlichen Objekten ab; an windschiefe Strommasten, die gleich umzufallen scheinen, haben wir uns bereits gewöhnt. Von diesen unfertigen Gebäuden hat Tirana eine ganze Menge. In den vergangenen 15 Jahren hat ein unglaublicher Bauboom stattgefunden, bei dem Architekten durch die skurrilsten Formen und Farben versucht haben, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Leider ohne Rücksicht auf bestehende landestypische Gebäude. Vielen Bauherren ist dabei aber offensichtlich das Kleingeld ausgegangen.

Gleichzeitig ist Tirana eine der saubersten Städte, die wir je bereist haben. Es gibt hier eine permanente Straßenreinigung, die zu Fuß oder per Fahrrad mit Anhänger ständig jeden noch so kleinen Fitzel vom Boden aufklaubt. Durch ihre gelbe Kleidung sind die emsigen Helfer weithin gut sichtbar.

Farbenfroh: In Tirana wurden viele Betonbauten bunt angemalt

Zudem ist Tirana farbenfroh. Verantwortlich dafür ist Edi Rama. Der heutige Ministerpräsident Albaniens war elf Jahre lang Bürgermeister der Stadt. In dieser Funktion sah er sich unter anderem mit der dahinsiechenden Bausubstanz konfrontiert. Die Mittel waren knapp, und so wurde kurzerhand und amtlich verordnet, zu Farbe und Pinsel gegriffen, und die hässlichen Betonbauten anzumalen. Sicher eine kurzsichtige Vorgehensweise, aber sie hat Tirana einzigartig verändert.

WohngebietWohngebiet
Schöner Wohnen: Um die Betonbauten Kostengünstig freundlicher zu gestalten, griff man in Tirana zum Farbeimer.

Natürlich, Tirana ist nicht Albanien. Es ist vielmehr die Vorzeigemetropole. Außerhalb der Stadtgrenzen ist das Wohlstandsgefälle steiler als in anderen ärmeren Ländern. Dennoch überraschen uns die Menschen in Tirana mit ihrem Lebensmut und ihrer Zufriedenheit. Egal, wen wir treffen, wer uns anspricht: Alle sind stets freundlich und hilfsbereit, ohne dass sie persönlich da- von profitieren wollen.

Authentisch: Albanien ist eine Reise wert

Tirana hat aber noch etwas anderes, was uns gefällt: Es ist authentisch. Und es ist stolz. Touristen werden hier als Bereicherung gesehen, denen man das eigene Land näherbringt und die Kultur vermittelt. Der Straßenverkehr in der Hauptstadt zeigt uns auch, wie man miteinander auskommt. Es ist eine Gelassenheit, die für uns nicht mal im Ansatz vorstellbar ist.

Strand von DurresStrand von Durres
Heißer Sand: Die Strände des Badeorts Durres stehen denen der italienischen Adriaküste in nichts nach.

Wie lange das noch so bleibt? Man weiß es nicht. Vermutlich wird es sich spätestens dann ändern, wenn die Touristenströme über das Land herfallen. Gerade die Strände rund um Durres haben ein Riesenpotenzial, wenn man sie ordentlich bewirtschaftet. Noch ist Durres nicht so weit. Aber es wird mit Hochdruck dran gearbeitet. Erste Image-Videos auf YouTube zeigen bereits, wo die Stadt hin will.

Piper ArrowPiper Arrow
Wieder zuhause Von Oberschleißheim hat die Piper Arrow rund 1200 Nautische Meilen nach Tirana und zurück bewältigt.

Und wir? Wir kommen wieder. Und dann wollen wir einen Blick auf das Albanien werfen, das hinter Tirana beginnt.

Info und Tipps

Planung

Die AIP Albaniens umfasst für die Einreise in das Land mehrere Seiten. Dort sind die Bedingungen für internationale Flüge aufgeführt, unter anderem die erforderliche Einfluggenehmigung. Eine Navigationssoftware auf dem Tablet sollte heutzutage zum Standard für Flugplanung und -durchführung gehören. Deren vektorbasierte Darstellung der Lufträume sorgt für ein einheitliches Layout, egal in welchem Land man fliegt. Bei den Anflugkarten sollte man unbedingt den Umfang des abgeschlossenen Abos überprüfen – gerade Albanien ist nicht bei allen Anbietern enthalten. Aber die Sichtanflugkarten können – im Gegensatz zu Deutschland – über die online erhältliche AIP kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Routing

Wer die Alpen gerne umfliegen möchte, findet über Wien und Zagreb eine schöne und oft problemlose Strecke. Ansonsten bietet sich die direkte Überquerung des Hauptkamms an, bei niedrigerer Bewölkung auch westlich über den Brenner oder östlich über Graz und Maribor. Sofern die Leistung des Flugzeuges mitmacht, gibt es unterwegs keinen Luftraum, der einen irgendwo ernsthaft aufhalten würde. Ab Slowenien erfragen die Controller Estimates, also die geschätzten Überflugzeiten bis zum nächsten Wegpunkt. Wer sich die Zeit nehmen kann, sollte für An- und Abreise in Kroatien oder Slowenien einen Tag Aufenthalt einplanen. Man ist so zeitlich noch mal deutlich flexibler unterwegs und hat einen unmittelbaren Vergleich von einem Mittelmeer-Anrainer zum anderen.

Kosten

Für die rund 1200 Nautische Meilen lange Strecke wurden mit der Arrow etwa 400 Liter Avgas benötigt. Die offizielle Gebührenliste für den Flughafen Tirana nennt eine Landegebühr von 190 Euro. Vor Ort war es deutlich weniger: 116 Euro. Übernachtung, Essen und sonstige Nebenkosten liegen in Albanien deutlich unter deutschen Verhältnissen, der dafür gebotene Standard ist meist mindestens ebenbürtig. Die Avgas-Versorgung ist überall problemlos, die Preise sind allesamt (bis auf Tirana) unter deutschem Niveau.

Text & Fotos Henrik Knoblauch fliegermagazin 10/2019

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